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Corona-Krise: Bahnhofsbuchhandlungen Mönchengladbach-Rheydt, Ahlen, Heidenheim, Euskirchen stellen den Verkauf ein

Bahnhof StockSnap auf PixabayInzwischen ist es schon zur täglichen Routine geworden, dass aus dem Bahnhofsbuchhandel die Einstellung des Abverkaufs gemeldet wird. Heute trafen Mitteilungen aus Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg ein.

 

So informiert Valora, dass man die Filialen in Mönchengladbach-Rheydt (Nordrhein-Westfalen, 10.000 Einwohner im Stadtteil, Kategorie 4), Ahlen (Nordrhein-Westfalen, 53.000 Einwohner, Kategorie 4), Heidenheim (Baden-Württemberg, 50.000 Einwohner, Kategorie 4), Euskirchen (Nordrhein-Westfalen, 58.000 Einwohner, Kategorie 3) mit sofortiger Wirkung geschlossen hat. Wann man einzelne Standorte wieder reaktivieren werde, steht bislang noch nicht fest.

 

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Der Bahnhofsbuchhandel

Im Pressevertrieb nimmt der Bahnhofsbuchhandel (BB) aufgrund besonderer Anforderungen und Bestimmungen eine gesonderte Position ein. Die Bedingungen sind ursprünglich im Bundesbahngesetz verankert gewesen. Der Bahnhofsbuchhändler sollte dabei den Bedarf der Reisenden decken. Entgegen anderer Verkaufsstellen wird der BB nicht über einen regionalen Pressegroßhändler („Grossist“), sondern vom Verlag direkt beliefert.

Die im Gesetz festgelegten Bedingungen waren unter anderem, dass eine Bahnhofsbuchhandlung an sämtlichen Tagen des Jahres geöffnet sein muss. Betriebsferien und Schließungen an Feiertagen sind ausgeschlossen. Die Öffnungszeiten betragen zudem in der Regel mindestens 100 Stunden pro Woche, jedoch nicht weniger als 90 Stunden pro Woche, wenn dies der relevanten Zuglage entspricht.

Etwa 350 Standorte im Bahnhofsbuchhandel gibt es derzeit in Deutschland, jede zehnte Zeitschrift wird im BB verkauft. Aber nicht jede Verkaufsstelle im Bahnhof ist auch automatisch ein klassischer „Bahnhofsbuchhändler". Oftmals werden Bahnhofskioske über Grossisten beliefert, sofern die oben genannten Kriterien nicht erfüllt werden können.

Dagegen können Verkaufsstellen in Flughäfen durchaus den Status eines Bahnhofsbuchhändlers erhalten, so beispielsweise Verkaufsstellen in Frankfurt Rhein/Main, Berlin-Tegel, Berlin-Schönefeld oder München Erdinger Moos. Aber auch hier erschließt sich für den Laien keine einheitliche Struktur. Während die Verkaufsstelle im Flughafen Köln/Bonn (9,9 Millionen Passagiere in 2010) keinen BB-Status hat, wird beispielsweise der wesentlich kleinere Airport Dresden (1,9 Millionen Passagiere in 2010) zum Bahnhofsbuchhandel gezählt.

Im Rahmen der Verschmelzung der Deutschen Bundesbahn mit der Deutschen Reichsbahn und der zeitgleich einhergehenden Privatisierung durch Gründung der Deutschen Bahn AG zum 1. Januar 1994 wurde das Bundesbahngesetz weitestgehend außer Kraft gesetzt. In der Branche wurden daher die „Kriterien für den Bahnhofsbuchhandel“ vereinbart, an der Ausarbeitung war das Bundeskartellamt beteiligt. Diese Rahmenbedingungen beinhalten die Vorgaben, die sich für den Bahnhofsbuchhandel zuvor bereits aus dem Bundesbahngesetz ergaben.

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Bahnhofskategorien

Seit 1944 werden in Deutschland Bahnhöfe in Kategorien unterteilt. Dabei werden die Zahl der Bahnsteige, die Bahnsteiglängen, die Zahl der Zughalte und die der Reisenden berücksichtigt. Im Laufe der Zeit wurden die Bewertungssysteme aber immer wieder modifiziert oder auch umbenannt. Seit 2017 verwendet die Deutsche Bahn AG nicht mehr den Begriff „Bahnhofskategorie“, sondern nunmehr die Bezeichnung „Preisklasse“. Hiermit werden jene Tarife dargestellt, die private Bahnunternehmen bei einem Halt an die Deutsche Bahn zu entrichten haben.

Die wichtigsten Bahnhöfe gehören zur Kategorie 1. Hierzu zählen in Berlin die Stationen Hauptbahnhof, Gesundbrunnen, Ostbahnhof und Südkreuz sowie die Hauptbahnhöfe in Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Köln, Leipzig, München, Nürnberg, Stuttgart sowie Hamburg-Altona und der Ostbahnhof in München.

Valora

Der 1905 gegründete börsennotierte Schweizer Handelskonzern Valora ist seit der im Januar 1997 vollzogenen Übernahme der Stilke aktuell GmbH im deutschen Bahnhofsbuchhandel vertreten. Der 1840 in Düsseldorf geborene Verleger Georg Stilke öffnete 1882 in Berlin seine ersten Verkaufsstellen und baute in den Folgejahren sein Unternehmen kontinuierlich aus. Mit Filialen von Flensburg bis Bonn konnte das Unternehmen schließlich in den 1970er Jahren etwa 50 Prozent des gesamten Bahnhofsbuchhandels-Umsatz erzielen.

Valora übernahm schließlich mit den Handelsketten BZVG Lux (Berlin), Detlef Horndasch (Gütersloh), Sussmann’s (München), Falter (Aachen) sowie Wittwer (Stuttgart) weitere Bahnhofsbuchhändler, ebenso auch einzelne Familienunternehmen und ist inzwischen in allen Bundesländern vertreten. Zudem bestehen auch Verkaufsstellen außerhalb der Bahnhöfe und Flughäfen, vornehmlich in Einkaufszentren. Bekannteste Filiale dürfte der Standort im Berliner Europacenter sein. Darüber hinaus erwarb Valora Unternehmen in anderen Branchen, so die Ketten „Backwerk“ und „Ditsch“. Viele Verkaufsstellen werden von Franchisepartnern betrieben. Nach eigenen Angaben ist Valora mit über 900 Partnern Marktführer im kleinflächigen Einzelhandel.

Valora betreibt die Bahnhofsbuchhandlungen in Aachen, Aalen, Ahlen, Ahrensburg, Aschersleben, Bad Oldesloe, Bensheim, Bielefeld, Bietigheim-Bissingen, Böblingen, Bocholt, Bochum, Bonn, Braunschweig, Bremen, Bremerhaven, Buchloe, Chemnitz, Cuxhaven, Dachau, Delmenhorst, Diepholz, Dinslaken, Donauwörth, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düren, Düsseldorf, Elmshorn, Emden, Emmerich, Essen, Esslingen/Neckar, Euskirchen, Fulda, Gelsenkirchen, Gütersloh, Haar, Hagen, Hameln, Hamm, Heidenheim, Heilbronn, Herne und Wanne-Eickel, Hildesheim, Itzehoe, Jena, Koblenz, Köthen, Krefeld, Kronach, Landshut, Leer, Lichtenfels, Lübeck, Ludwigsburg, Lüneburg, Magdeburg, Marburg, Mönchengladbach Hbf. und Rheydt, Münster, Neumünster, Neunkirchen, Nienburg/Weser, Nordhausen, Oberhausen, Pinneberg, Potsdam, Ravensburg, Recklinghausen, Remscheid, Rendsburg, Reutlingen, Rheine, Rostock Hbf., Saarlouis, Schorndorf, Schwerin, Schwerte, Siegburg, Solingen, St. Ingbert, St. Wendel, Stade, Starnberg, Stendal, Stralsund, Uelzen, Ulm, Wesel, Witten, Wolfsburg, Zwickau sowie in Berlin die Stationen Adenauer Platz, Alexanderplatz (Übergang Fernbahn zur U-Bahn), Alt-Mariendorf, Flughafen Tegel (Haupthalle), Frankfurter Allee, Frohnau, Gesundbrunnen, Greifswalder Straße, Lichtenberg (U-Bahnhof-Bereich), Neukölln, Osloer Str., Ostbahnhof, Ostkreuz, Rathaus Steglitz, Spandau (Fernbahn und am BVG-Servicepoint), Tempelhof sowie Zoo (Fernbahn-Haupthalle), in Hamburg die Bahnhöfe Altona, Dammtor, Harburg, , Hauptbahnhof, Blankenese und im Flughafen, ist in München am Hauptbahnhof, in Pasing und am Ostbahnhof vertreten sowie in Stuttgart am Hauptbahnhof und in Bad Cannstatt.

Bild von StockSnap auf Pixabay

siehe auch: Themenbereich Corona-/COVID-19-Pandemie


 

Tags: Bahnhofsbuchhandel, Baden-Württemberg, Valora, Nordrhein-Westfalen, Corona-/COVID-19-Pandemie

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