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Türkisch-deutsche taz-Sonderausgabe am 3. Mai 2016

Zum Internationalen Tag der Pressefreiheit am 3. Mai 2016 druckt die taz eine Sonderausgabe zum Thema „Pressefreiheit in der Türkei“. Alle Texte werden in türkischer und deutscher Sprache erscheinen, zwei JournalistInnen von den türkischen Zeitungen Agos und Birgün werden eine Woche lang zu Gast im Berliner Redaktionsbüro sein. Sie stellen die Inhalte der Sonderausgabe gemeinsam mit der taz zusammen und beantworten auf 16 Seiten grundlegende Fragen: Warum reagiert die türkische Regierung so paranoid auf eine kritische Presse? Wie gehen unabhängige ReporterInnen mit der Repression um? Warum spielt Satire in der türkischen Medienlandschaft eine so bedeutende Rolle?

Pressefreiheit geht uns alle an. Nicht erst seit der Causa um Jan Böhmermanns Schmähgedicht sind die massiven Verletzungen der Pressefreiheit seitens der türkischen Regierung ein Thema, das auch Deutschland berührt. Seit im April das äußerst fragwürdige Flüchtlingsabkommen zwischen der EU und der Türkei in Kraft getreten ist, haben sich die Zahlen von ankommenden MigrantInnen in Deutschland drastisch reduziert. Man kann zynisch sagen: Europa hat sich frei gekauft. Aber man muss auch fragen: Zu welchem Preis?

Offiziell gilt die Türkei nun als privilegierter Partner der EU, erhält Finanzhilfen und Visaerleichterungen. Konkret bedeutet das aber auch, dass eine repressive, minderheiten- und frauenfeindliche Regierung aufgewertet wird, und dass deren massive Eingriffe in die Pressefreiheit von der EU und insbesondere von der Bundesregierung stur ignoriert werden. Dabei sind die besorgniserregenden Umstände, unter denen JournalistInnen in der Türkei arbeiten, hinlänglich bekannt. Die regierungskritischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül müssen mit lebenslangen Haftstrafen rechnen, weil sie über Waffenexporte der Türkei an syrische Islamisten berichteten. Im Südosten des Landes werden ReporterInnen auf offener Straße hingerichtet. Oppositionelle Medien müssen tagtäglich mit Anzeigen wegen „Beleidigung des Präsidenten“ oder „Verdacht auf Unterstützung terroristischer Organisationen“ rechnen.

„Während der Böhmermann-Debatte konnte man den falschen Eindruck bekommen, die Pressefreiheit sei nicht in der Türkei, sondern in Deutschland bedroht“, sagt taz-Chefredakteur Georg Löwisch. „Am 3. Mai ist Zeit für ein Zeichen der Solidarität mit den Journalistinnen und Journalisten in der Türkei. Weil wir ihre Sache zu unserer Sache machen, werden die taz-Sonderseiten nicht nur in deutscher, sondern auch in türkischer Sprache erscheinen.“

Neben zahlreichen AutorInnen, die aus der Türkei berichten werden, sind zwei JournalistInnen eingeladen, um die Sonderausgabe vor Ort mit der taz zu produzieren:

Gözde Kazaz, 28, ist Redakteurin bei der Wochenzeitung Agos, die vom 2007 ermordeten türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink gegründet wurde. Zuvor war sie beim unabhängigen Radiosender Acik Radyo tätig. Kazaz beschäftigt sich vor allem mit den Themengebieten Menschenrechte, Meinungsfreiheit und Umweltbewegungen.

Erk Acarar, 43, ist Redakteur bei der Tageszeitung Birgün. Zuvor arbeitete er bereits u.a. für Milliyet, Cumhuriyet, Sabah. Acarer ist Autor mehrerer Romane und Sachbücher. Derzeit beschäftigt er sich vor allem mit der Flüchtlingskrise und den Beziehungen zwischen IS, Al-Nusra und der Türkei. Er ist kürzlich mit dem renommierten Metin-Göktepe-Preis ausgezeichnet worden.

Tags: Türkei, Themenschwerpunkt, taz

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