40 Jahre Service der körperlosen Remission im Pressevertrieb

Frank Nolte

Ende 1972 verabschiedeten der Bundesverband Presse-Grosso (BVPG) und der Verband Deutscher Zeitungsverleger (VDZ) das Verfahren der körperlosen Remission von Zeitungen und Zeitschriften (KR). Seit 40 Jahren ist der körperlose Warenfluss zwischen Einzelhandel, Großhandel und Verlagen das branchenübliche, standardisierte Abrechnungsverfahren für unverkaufte Exemplare.

Die lückenlose Abrechnung der unverkauften Magazine und Zeitungen gewährleistet der Pressegroßhandel durch ein integriertes, komplexes Programmsystem zur Vertriebssteuerung und damit verbundene Schnittstellen des Rechnungswesens.

Die Anwendung der KR setzt voraus, dass sämtliche Mengen- und Wertbewegungen nachweisbar festgehalten und im Warenflussprotokoll dokumentiert sind. Eine unabhängige Kommission kontrolliert regelmäßig die Einhaltung der KR-Konventionen, die von den Branchenverbänden permanent überprüft und angepasst werden.


„Die Einführung der KR war seinerzeit ein Quantensprung und ist bis heute eine unverzichtbare Brancheninnovation. Damit verringern wir den Aufwand für die Marktpartner und schaffen mehr Transparenz über den Warenfluss“, erklärt Frank Nolte, 1. Vorsitzender des Bundesverbandes Presse-Grosso. Weil die Ware nicht mehr körperlich bewegt werden braucht, leiste die Branche zugleich einen Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaften.

„Das Beispiel der KR zeigt eindrücklich,“ so Nolte „dass Branchenvereinbarungen notwendige Voraussetzungen zur Standardisierung von Prozessen und Leistungen im Pressevertrieb und damit zur stetigen Weiterentwicklung des Pressevertriebssystems sind.“

Das Verfahren der körperlosen Remission wurde Anfang der 1970er Jahre in Zusammenarbeit zwischen der EDV-Kommission des Bundesverbandes Presse-Grosso und dem Arbeitskreis EDV der Fachgruppe „Allgemeine Zeitschriften“ des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger entwickelt. Nach umfangreichen Tests bei der PVG Frankfurt unter der Leitung von Willi Schiebel und der Genehmigung durch die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) veröffentlichten die Verbände Ende 1972 die KR-Broschüre mit Programmierhilfen für die Grosso-Betriebe. Dies gilt als „Geburtsstunde“ der Körperlosen Remission als Branchenstandard.