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Erste deutsche Boulevardzeitung: 70 Jahre Hamburger Morgenpost

Hamburger Morgenpost 70 JahreBild war keineswegs die erste deutsche Boulevardzeitung, wie vielfach vermutet wird, sondern die Hamburger Morgenpost. Diese feiert am 16. September 2019 ihren 70. Geburtstag. Ihren Lesern schenkt die Tageszeitung, die von den Hamburgern oft auch nur „MOPO“ genannt wird, zu diesem Jubiläum eine 56-seitige Sonderbeilage in jenem Großformat, in dem die Zeitung in der Zeit ihrer Gründung in den Handel kam.

 

Die Hamburger Morgenpost wurde von dem damals 44 jährigen Hamburger Journalisten Heinrich Braune gegründet und erschien zunächst in dem zur SPD gehörenden Verlag Auerdruck. Mit Braune, der als Chefredakteur tätig war, erreichte die Hamburger Morgenpost eine verkaufte Auflage von durchschnittlich bis zu 469.000 Exemplaren täglich. Auflagenrückgänge waren ab Juni 1952 zu verzeichnen, nachdem Axel Springer mit der Bild-Zeitung in den Markt eintrat.

Ab 1980 wechselte das Blatt mehrfach den Besitzer. Zunächst übernahm sie der Schweizer Geschäftsmann Eduard Greif. Dieser veräußerte die Zeitung 1986 an den Hamburger Medienkonzern Gruner + Jahr. Die Nachricht über diesen erneuten Eigentümerwechsel versah das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ seinerzeit mit der Überschrift „Schicksal in Hamburg“.

 

 

Hamburger Morgenpost Titelseite KennedyDenn das Blatt soll damals mit 16 Millionen DM verschuldet gewesen sein. Zudem verfügte Gruner + Jahr, der Titel wie „Stern“, „Capital“, „Brigitte“ und „Geo“ herausgibt, über nur wenig Erfahrung im Tageszeitungsgeschäft. Und schließlich war da das Bestreben, das Blatt von „Schmuddel-Ecken“ zu befreien. Denn während vielfach Anzeigen großer Kunden fehlten, wurde jener Teil, in denen sogenannte Models ihre Dienste anboten, immer üppiger. Im Verlag der Hamburger Morgenpost soll hausintern dieser Anzeigenteil als „Nuttenkasse“ bezeichnet worden sein, so der Spiegel.

1999 ging die Zeitung dann in den Besitz von Frank Otto, Sohn des Otto-Versand-Gründers Werner Otto, und Hans Barlach, Galerist und Unternehmer, über. Heute ist die Hamburger Morgenpost im Besitz der Kölner Verlagsgruppe DuMont, in der auch die Zeitungen Berliner Kurier, Mitteldeutsche Zeitung, Kölner Stadt-Anzeiger, Express (Köln), Berliner Zeitung und Kölnische Rundschau erscheinen. DuMont hält zudem Anteile an Radio- und Fernsehsendern, so zum Beispiel am Berliner Rundfunk und an Radio Köln.

 

 

Hamburger Morgenpost 14.10.1977Hamburger Morgenpost 14.10.1977 Landshut-EntführungIn der Jubiläumsausgabe wolle man auch ehemalige Mitarbeiter zu Wort kommen lassen. Hierzu zählt der heutige Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner, der sich selbst als Fehlbesetzung für den Posten des Chefredakteurs der Hamburger Morgenpost, den er von 1994 bis 1996 innehatte, bezeichnet. Diese Zeit sei die schwierigste, zugleich aber auch die lehrreichste seiner beruflichen Laufbahn gewesen.

„Sieben Jahrzehnte über das zu berichten, was die Stadt bewegt und sich dabei immer wieder selbst neu zu erfinden, das geht nur mit viel Leidenschaft und Herzblut. Die Sonderbeilage gibt aus vielen Perspektiven Einblicke in unsere turbulente Geschichte“, erklärt der heutige Chefredakteur Frank Niggemeier

Die Hamburger Morgenpost erscheint zum Verkaufspreis von 1,20 Euro. Die nächste belieferte Presseverkaufsstelle kann online über das Portal mykiosk.com abgefragt werden.

Tags: Tageszeitung, Jubiläum, DuMont-Schauberg, Hamburger Morgenpost, Mathias Döpfner

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