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Weihnachten: Zeitschrift natur stellt die Frage „Wie grün ist der Baum?“

Natur 201912Weihnachten steht vor der Tür. Für viele ein Inbegriff der Gemütlichkeit, der Besinnung, der Traditionen. Viele Abläufe haben über Generationen hinweg in einer Familie unverändert Bestand, wenngleich es hier und da zu kleinen Änderungen kommt. Vieles soll inzwischen vegan sein oder aus ökologischem Anbau. Doch über die Herkunft des Weihnachtsbaums macht man sich wenig Gedanken. Sollte man aber, meint zumindest die Zeitschrift natur. Denn es steht die Frage im Raum: Öko-Fichte oder Pestizid-Tanne?

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Weihnachten ist vielfältig. Jede Familie hat ihre eigenen Traditionen. Wie eine Trophäe werden Christbaumkugeln über Jahrzehnte hinweg aufbewahrt, die Menüs am Heiligabend zählen ebenfalls zu den familiären Ritualen. In der einen Familie gibt es die klassische Weihnachtsgans, woanders setzt man auf Würstchen mit Kartoffelsalat. Nicht zu verachten sind auch die Abfolgen: erst die Bescherung oder das Festessen? Ist man allein mit der Familie oder lädt man sich Freunde ein? Und wie verhält es sich mit dem Weihnachtsbaum?

Standen früher Douglasie, Blaufichte und Edeltanne hoch im Kurs, ist inzwischen die Nordmanntanne längst zum Klassiker geworden. Während es bei der Art des Baumes eine weitgehend übereinstimmende Meinung in der Gesellschaft gibt, gilt es ansonsten aber ganz andere Fragen zu klären. Eben jene, wann genau der Weihnachtsbaum aufgestellt wird und vor allem: wann wird er wieder abgeschmückt? Und wird das Lametta fein säuberlich für die Folgejahre aufbewahrt? Oder wird inzwischen generell auf Lametta verzichtet?

 

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Und ebenso zählt in vielen Familien die Frage der Herkunft des Weihnachtsbaumes eine entscheidende Rolle. Die einen kaufen ihn beim Weihnachtsbaumhändler, der für vier Wochen auf dem Parkplatz eines Supermarktes sein Lager errichtet hat. Andere schlagen ihn nach Absprache mit einem Förster selbst im Wald. Ganz modern ist hingegen die Möglichkeit des Baumversandes über das Internet. Doch bei allen Möglichkeiten steht stets die Frage im Raum, was man sich da eigentlich ins weihnachtliche Haus holt.

Die im Verlag Konradin Medien (Leinfelden-Echterdingen, Baden-Württemberg) erscheinende Zeitschrift natur geht in der aktuell im Handel erhältlichen Heftfolge der Frage nach, ob die typischen Christbäume eigentlich ökologischen Anforderungen entsprechen. 25 bis 30 Millionen Bäume verschönern Jahr für Jahr die deutschen Haushalte zur Weihnachtszeit. Schon immer waren sie ein Wegwerfprodukt. Über Jahre hinweg werden sie aufgezogen um dann für drei, vier Wochen ihrem eigentlichen Zweck dienen zu können. Danach enden sie als Futter für Zootiere, Brennstoff oder als Kompost.

 

Die Autorin Andrea Mertes zeigt in ihrer Reportage auf, dass die „Tanne im Topf“ oder „zur Miete“ keine Alternative darstellt. Denn selbst der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger hebt hervor, dass die Chance für einen Baum, nach Weihnachten wieder irgendwo anwachsen zu können, äußerst gering ist. Wahrscheinlich ist der ökologische Ansatz nicht einmal gegeben, wenn man bedenkt, dass diese Bäume zurücktransportiert werden müssen und dies dann aufgrund der erfolglosen „Wiederauswilderung“ letztlich nicht einmal von Erfolg gekrönt ist.

Der Klimawandel macht inzwischen auch den deutschen Weihnachtsbaumerzeugern zu schaffen. Das Magazin verdeutlicht die Sorgen und Nöte der Betreiber von Weihnachtsbaumplantagen eindrucksvoll wenn am Beispiel von Günther Marx, der im Spessart Weihnachtsbäume anpflanzt, dargestellt wird, dass beispielsweise von 20.000 im Jahr 2017 angepflanzten Bäumen bereits ein Jahr später etwa ein Drittel eingegangen ist.

 

Auch Naturschutzorganisationen wie Greenpeace, Robin Wood und der BUND wurden zum Thema befragt. Diese zeigen auf, welche Kriterien gesetzt wurden, damit man von einem nachhaltig angebauten Weihnachtsbaum sprechen kann. Hervorzuheben ist bezüglich der redaktionellen Aufarbeitung des Themas, dass die Zeitschrift den Lesern aber nicht mit schockierenden Nachrichten allein zurücklässt. Vielmehr wird aufgezeigt, wie man einen Baum, der ohne Zusatz von Pestiziden heranwuchs, erkennt und wo man diesen schließlich kaufen kann.

Zudem setzt sich der Autor Berndt Welz mit der EU-Landwirtschaftspolitik kritisch auseinander. Die Europäische Union fördert mit Milliardensubventionen insbesondere konventionell arbeitende Großbetriebe. Dadurch kommt es jedoch zu einem verstärkten Insekten- und Artensterben. Vorschub leisten diesem Treiben aus Sicht von Welz in erster Linie einflussreiche Bauernverband-Lobbyisten, die bei Politikern auf offene Ohren stoßen.

 

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Vorgestellt werden zudem Reiseziele, die sich aufgrund ihrer Strukturen als „Natur-Schmankerl“ auszeichnen. Hierzu zählen die Region Traunstein, zwischen Chiemsee, Berchtesgadener Land, Salzburg und Tiroler Alpen gelegen, aber auch die kanarische Insel La Gomera.

Das Magazin zeichnet sich durch eindrucksvolle Fotos aus, hervorzuheben ist vor allem aber auch eine selbst für Laien leicht nachvollziehbare textliche Darstellung. Unterfüttert werden die Berichte durch Fakten in Form von umfangreichen statistischen Daten und entsprechenden Quellenangaben. Wer sich mit einem Thema weitergehend beschäftigen möchte, dem werden Links zu entsprechenden Organisationen bereitgehalten.

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Die aktuelle Ausgabe 12/2019 umfasst 100 Seiten und ist zum Verkaufspreis von 5,90 Euro am Kiosk erhältlich. Die nächste belieferte Verkaufsstelle kann online über das Portal mykiosk abgefragt werden.

siehe auch: Themenbereich Weihnachten

 


Tags: Weihnachten, Wissen/Geschichte/Natur (Objektgruppe)

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