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Archäologie in Deutschland: Auf den Spuren des Woodstock-Festivals

Archäologie in Deutschland 201906Dinosaurier-Knochen, alte Töpfe, verschüttete Grundmauern. Typische Themen, für die sich ein Archäologe begeistern kann. Aber was hat das berühmte Musik-Festival in Woodstock, an dem im August 1969 geschätzte 400.000 Menschen teilnahmen, mit Archäologie zu tun? Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Archäologie in Deutschland“ klärt auf.

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Es gibt Themenbereiche, die wirken auf weite Teile der Bevölkerung eher „langweilig“. Dies zeigt sich zuweilen auch dadurch , dass man gerne über die dazugehörende Zielgruppe spöttisch spricht. Archäologen werden daher nicht selten als „Steineklopfer“ bezeichnet. Denn vielfach erschließt sich der Bevölkerung nicht, was denn so interessant sein könnte, nach alten Steinen und Knochen zu graben.

Geschichte generell und besonders auch Archäologie haben den Ruf, eine staubtrockene (und zuweilen sogar im wörtlichen Sinne) Materie zu sein. Aber vielleicht liegt es auch einfach nur daran, dass es bisher niemanden gab, der einem diese Themen näher vermitteln konnte. Und manchmal ist es dann auch nur der Zufall der dazu führt, sich selbst mit der betreffenden Materie einmal näher zu beschäftigen.

 

Ein Zufall kann sich ergeben, wenn in unmittelbarer Nachbarschaft bei Bauarbeiten alte Relikte zum Vorschein kommen. Es kann aber auch ebenso gut sein, dass sich Archäologen mit Ereignissen befassen, die Bestandteil der eigenen Erinnerung sind. Wenn also ein Wissenschaftler sich mit der Frage beschäftigt, was eigentlich die Besucher eines legendären Musikfestivals am Ort des Geschehens zurückgelassen haben.

So berichtet die Zeitschrift „Archäologie in Deutschland“ in ihrer aktuell im Handel erhältlichen Ausgabe 6/2019 über das Woodstock-Festival, genauer gesagt über die Erkenntnisse, die Archäologen der Universität Binghamton bei der Untersuchung des Festivalgeländes gewinnen konnten. Hier bot sich die Chance einmal Dinge zu erforschen, die jeder selbst zeitlich einordnen kann, die mit eigenen Bildern verknüpft werden können. Sei es das legendäre Gitarrenspiel des Jimmy Hendrix’, der seine Interpretation der amerikanischen Hymne präsentierte oder aber der Auftritt von Joe Cocker.

 

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Bedeutend kann Archäologie aber auch im Zusammenhang mit der Geschichte Deutschlands sein. Beispielswiese in der Aufarbeitung von Verbrechen im Dritten Reich, denn das Hinterfragen dieser Ereignisse wirkt sich unbestritten auch auf die Gegenwart aus. Und daher berichtet das Magazin über Ausgrabungen im Raum Warstein, Nordrhein-Westfalen. Dort kam es an drei Orten gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zu Erschießungen von Zwangsarbeitern.

Durch intensive Detektorbegehungen und 15 ehrenamtlichen Sondengänger vom „Forum Westfalenfunde“ kam eine unerwartete Fülle an Relikten zum Vorschein. Am Tatort „Langenbachtal“ in Warstein fand man die Überreste eines polnischen Gebetsbuches, am Tatort „Kuhweide“ in Meschede stießen die Archäologen auf den Verschluss eines Gewehres und auf Munition.

 

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Die redaktionelle Bandbreite des Magazins ist bemerkenswert. Obwohl der Name der Zeitschrift vermuten lassen könnte, dass man sich nur mit Fundorten in Deutschland befassen würde, schaut man dennoch über den Tellerrand hinaus und stellt auch eine Königsresidenz aus der Bronzezeit am Rande der Wüste in Turkmenistan vor. Sehr umfangreich werden außerdem aktuelle Themen aus der Landesarchäologie, nach Bundesländern sortiert, aufbereitet.

Vorgestellt werden auch Ausflugsziele wie das Forschungszentrum und Museum „MONREPOS“ in Neuwied oder das Römerbergwerk Meurin, unweit der Stadt Andernach in Rheinland-Pfalz, quasi Archäologie für jedermann. Außerdem werden Ausstellungen aufgelistet, zu der beispielsweise Berlins größte Grabung im Forschungsareal Biesdorf zählt. Und wer noch immer nicht genug vom Thema Archäologie hat, dem werden von der Redaktion diverse Literaturempfehlungen unterbreitet.

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Das Magazin verfügt über ein dem Thema entsprechendes Layout, sachlich und nicht zu bunt. Allein die geringe Schriftgröße könnte für Leser des „älteren Semesters“ als ein Ausschlusskriterium für eine lang anhaltende Leser-Blatt-Bindung sein.

Jedoch sollte eine Sache nicht unerwähnt bleiben, denn das Magazin gibt nämlich sehr wohl eine Antwort auf jene Frage, die alle Nicht-Archäologen immer bewegt: weshalb knien sich erwachsene Menschen in den Staub und versuchen in mühevoller Kleinarbeit nach irgendwelchen uralten Fundstücken zu suchen? „Vor dem geistigen Auge graben Wissenschaftler mühsam mit Schaufeln, Kellen und Pinseln und legen Hinterlassenschaften der Menschen frei, die vor Hunderten oder Tausenden von Jahren lebten“, so beschreibt Nina Versaggi die weit verbreitete Meinung über Archäologen und gibt hierauf sodann auch gleich die passende Antwort: „Spuren der Vergangenheit finden und die daraus gewonnenen Informationen zur Deutung der Gegenwart nutzen“. „Steineklopfer“? Von wegen!

Die Zeitschrift „Archäologie in Deutschland“ erscheint alle zwei Monate zum Verkaufspreis von 11,95 Euro im Zeitschriftenhandel. Die nächste belieferte Presseverkaufsstelle kann online über das Portal mykiosk abgefragt werden.

 

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Tags: Kunst und Kultur (Objektgruppe)

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