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Die taz führt eine klimagerechte Sprache ein

Taz Es ist ein Mdchen groIn den vergangenen Jahren wurde in Behörden und Unternehmen mit zunehmender Tendenz darauf geachtet, dass geschlechterneutrale Bezeichnungen verwendet werden. Eine verbindliche Vorgehensweise gibt es hierbei jedoch bislang nicht. Mal werden beispielsweise Berufsbezeichnungen mit einem groß geschriebenen „I“ im Wort „neutralisiert“, mal durch ein „*“. Die in Berlin erscheinende Tageszeitung „taz“ führt nun auch eine „klimagerechte Sprache“ ein.

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Deutsche Sprache, schwere Sprache. Und insbesondere in Deutschland ist ja bekanntlich fast alles geregelt. Meist sind es DIN-Normen, an anderen Stellen sind Gesetze oder sonstige amtliche Vorschriften relevant, zuweilen werden auch Regelungen von der EU erlassen. Selbst unsere Sprache ist „genormt“. Maßgeblich ist dabei die Duden-Redaktion.

Eine neue Sprach-Auslegung hat sich nunmehr die taz selbst verordnet: die „klimagerechte Sprache“. Man hatte bislang „nur“ über die Klimagerechtigkeit geschrieben und an das Klimabewusstsein der Leser appelliert. Nun aber werde man auch eine klimagerechte Sprache einführen, heißt es in einer Mitteilung des Berliner Verlags.

 

Als erstes Medienhaus in Deutschland bekommt die Redaktion fortan Empfehlungen an die Hand, welche Begriffe bei der Klimaberichterstattung zu bevorzugen sind. Dies sei eine weitere Aktion im Rahmen der Klimaoffensive der taz, die das gesamte Handeln des Medienhauses dem Erhalt der Lebensgrundlagen unterordnen soll, wurde vom Verlag erklärt.

Heißt es nun „Erderwärmung“ oder „Erderhitzung“? Demonstrieren auf den Straßen „Klimaleugner“ oder „Klimaskeptiker“? Beschäftigen wir uns derzeit mit einen „Klimawandel“ oder einer „Klimakrise“? Oder ist Krise vielleicht doch nur eine vorübergehende Erscheinung und man verwendet sogar besser den Begriff „Klimanotstand“?

Aus Sicht der Redaktion hat die Wahl der „richtigen“ Begriffe einen entscheidenden Effekt bei der Frage, wie Nachrichten und insbesondere auch Meinungen optimal verbreitet werden könnten. Und weil die Wörter bei der Klimaberichterstattung eine besondere Bedeutung haben, wolle man in der taz-Redaktion künftig verstärkt auf die Nutzung der „richtigen“ Begriffe achten. Dabei helfen soll der Zeitung nunmehr der Professor für Journalismus an der Hochschule Darmstadt, Torsten Schäfer.

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Die bundesweit am Kiosk erhältliche Tageszeitung taz wurde als „alternatives, selbstverwaltetes Projekt“ im Januar 1978 in West-Berlin gegründet. Ziel war es, eine journalistische Alternative zu dem damals überwiegend bürgerlich orientierten Zeitungsmarkt anbieten zu können. Zielgruppen waren Linksliberale, Studenten, linke Sozialdemokraten, Grüne, Alternative und später auch die ab 1980 anwachsende Hausbesetzerszene.

Nach mehreren „Probe-Ausgaben“ wurde sodann am 17. April 1979 die erste reguläre Ausgabe veröffentlicht. Zu den taz-Mitgründern zählen unter anderem Hans-Christian Ströbele und Gaby Weber. Chefredakteure waren beispielsweise Georgia Tornow, Michael Sontheimer, Hermann-Josef Tenhagen, Bascha Mika, Ines Pohl und Georg Löwisch.

Die taz hat eine verkaufte Auflage von täglich 51.563 Exemplare (IVW 2/2020) und wird von Montag bis Samstag an mehreren Standorten in Deutschland gedruckt.

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Tags: Journalismus, Tageszeitung, taz, Zeitungen, überregional (Objektgruppe)

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