Jahrestreffen der bayerischen Zeitschriftenverleger

VZB - Verband der Bayerischen Zeitschriftenverlage

"Innovation jetzt!": Unter diesem Motto tagte der Verband der Zeitschriftenverlage in Bayern (VZB) am vergangenen Wochenende in Nürnberg. Ziel der Jahrestagung war es, den Teilnehmern Ideen und Impulse für neue Geschäftsmodelle zu geben, um sie so gerade in diesen Umbruchzeiten erfolgreich zu unterstützen.


Waltraut von Mengden, Erste Vorsitzende des VZB, betonte: "Die Basis unseres Geschäfts ist und bleibt Print." Zumal aktuelle MA-Zahlen belegen, dass 92 Prozent der Deutschen Zeitschriften lesen. Trotzdem sei es Aufgabe der Verleger, die verschiedenen Medienkanäle zu inszenieren, um den Mediennutzer in seinem Alltag zu begleiten und zu bedienen. "Für die Verleger bedeutet das, unterschiedliche Inhalte den jeweiligen Nutzungsbedürfnissen entsprechend in unterschiedlichen Medienkanälen anzubieten sowie diese intelligent und synergetisch zu verbinden."

Stephan Scherzer, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), sprach auf der Tagung vom "transmedialen Publishing": Verlage müssen heutzutage Publisher auf allen Plattformen sein. "Durch die digitalen Kanäle kommen so viele Menschen mit unseren Marken in Berührung wie nie zuvor", sagte Scherzer. Dabei setzen die Publikums- und Fachzeitschriftenverlagshäuser neben der Stabilisierung des Printgeschäfts durch verstärkte Launchaktivitäten auf Diversifikation. Nach einer aktuellen Trendumfrage des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger, sei Diversifikation für 88 Prozent ein wichtiger Baustein ihrer Unternehmensstrategie.

Stephan Grünewald, Geschäftsführer des rheingold Instituts für Markt- und Medienanalysen, beleuchtete mit Scharfsinn und Humor die deutsche Lebenswirklichkeit, die im Beruf und Privatleben ständig mit neuen Herausforderungen überfrachtet wird. Der Psychologe zeigte darüber hinaus Folgen dieses Alltags für den Medienkonsum auf und plädierte für mehr Mut zum Träumen.

Bereits am Vorabend sprach der bayerische Finanzminister Dr. Markus Söder über das zunehmend schwierige Mediengeschäft und die Herausforderungen der Digitalisierung. Die Verlage, meist mittelständische Unternehmen, stünden vor der Aufgabe, auf allen Medienkanälen in qualitätsvollen Journalismus zu investieren und dabei wirtschaftlich rentabel zu sein. Daher sei es wichtig, dass die Leistung der Verlage honoriert und ein fairer Wettbewerb gesetzlich verankert werde. Der VZB zählt rund 80 Mitglieder, darunter viele mittelständische Verlage aber auch kleine sowie international tätige Verlagshäuser.