BVDA-Marketingforum: Anzeigenblätter mit Crossmedia-Potenzial

Die lokale Kompetenz der Anzeigenblätter ist die beste Voraussetzung, um crossmediale Vermarktungskonzepte umsetzen und den Kunden vor Ort umfassend beraten zu können. Dies ist ein Fazit des 3. Marketingforums, das der Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) am 08. September 2011 in Düsseldorf veranstaltet hat.


Über achtzig Geschäftsführer, Verlags- und Anzeigenleiter informierten sich über aktuelle Trends. Im Themenblock „Digitalisierung der Handelskommunikation“ wurden die Chancen und Herausforderungen für die Anzeigenblattverlage diskutiert, die sich durch digitale Wettbewerber ergeben könnten.

Für Anzeigenblätter ginge es daher nicht darum, zu überleben oder sich zu behaupten, sondern sich neu zu erfinden und zu wachsen, forderte der Medienberater Harry Eggensperger Die Anzeigenblattverlage genießen ein hohes Vertrauen bei Ihren Kunden. Um diese vor Anbietern unseriöser Onlineangebote zu schützen, sollten die Verlage den Kundenkontakt intensivieren und ihr Angebotsportfolio auf die Kundenbedürfnisse hin erweitern, so Eggensperger.

Auch Holger Meyer, Managing Director bei iProspect, hob den Vorteil hervor, den die Wochenblätter mit ihrer tiefen Verankerung im Lokalen besitzen: „Wenn die Anzeigenblätter aus Ihren jahrzehntelangen Kundenbeziehungen eine crossmediale Medienberatung entwickeln, haben sie auf der ‚letzten Meile’ zum lokalen Kunden weiterhin einen deutlichen Vorsprung vor den digitalen Konkurrenten."

BVDA-Geschäftsführer Heiner Urhausen zog ein positives Fazit der Veranstaltung: „ Die Anzeigenblätter sind auf einem guten Weg, ihre hervorragende Printreichweite auch online zu verlängern.“ Bei allen Engagements und digitalen Investments komme es aber auch darauf an, mit Augenmaß zu agieren. Schließlich würden die Erlöse im Printgeschäft auch künftig den größeren Anteil am Umsatz ausmachen.

 

Des Weiteren referierten Anke Nehrenberg von der Karlsruher Firma „Netzstrategen“ über die mobile Internetnutzung und ihre Auswirkung auf das Lokale. Dass trotz zahlreicher Onlineanbieter auch die gedruckte Stellenanzeige weiterhin von Bedeutung sei, erörterte Dr. Martin Dietz vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg. Nils Abraham, AWS:pwu, Hamburg, befasste sich in seinem Vortrag mit den Entwicklungen des Stellenmarktes in Deutschland und die Chancen für Anzeigenblätter.

Der Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter e.V. (BVDA) ist die Spitzenorganisation der Anzeigenblattverlage in Deutschland. Gemeinsam mit den beiden anderen Verlegerverbänden hat er seinen Sitz im Haus der Presse in Berlin. Dem BVDA gehören 216 Verlage mit insgesamt 864 Titeln und einer Wochenauflage von 65,2 Millionen Exemplaren an.

Damit repräsentiert der BVDA rund 72 Prozent der Gesamtauflage der deutschen Anzeigenblätter. Anzeigenblätter sind nach BVDA-Definition Presseprodukte, die kostenlos mindestens einmal wöchentlich an die Haushalte eines festumrissenen Gebietes nahezu flächendeckend verteilt werden. Ihr Vorzug liegt in der hohen Haushaltsabdeckung sowie der großen Lokalität. Anzeigenblätter weisen im Schnitt 30 bis 40 Prozent redaktionelle Inhalte auf.