Jugendmedientage: Diskussionen über die Gefahren für die Pressefreiheit

Jugendmedientage: Diskussionen über die Gefahren für die Pressefreiheit

250 junge Medieninteressierte hatten bei den Jugendmedientagen die Möglichkeit, sich in Erzählcafés, bei Medientouren, in Workshops sowie Diskussionsrunden weiterzubilden und zu vernetzen. Der Medienkongress für junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren, der zu den größten bundesweit zählt, fand vom 04. bis 07. Oktober 2018 in der Universität Bremen statt.

Gleich zu Anfang wurde klar, dass Medien unter Druck sind: „Eins verbindet Politikerinnen und Politiker und Journalistinnen und Journalisten: Sie müssen um Vertrauen ringen und immer neu Position beziehen. Die Skepsis gegenüber beiden Berufsgruppen hat in letzter Zeit stark zugenommen“, sagte Eva Quante-Brandt, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Bremen, zur Eröffnung der Jugendmedientage 2018.

 

Die Jugendmedientage waren vom 04. bis 07. Oktober 2018 zu Gast in Bremen. Bei einem der deutschlandweit größten Kongresse für junge Medienmachende, den die Jugendpresse bereits zum 17. Mal veranstaltet hat, begrüßten wir bis zu 250 Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten, Fotografen und Fotografinnen, Kamerafrauen und -männer, Blogger und Bloggerinnen und solche, die es werden wollen. Vielfältige Partner unterstützten die Jugendmedientage und die Idee, einen Ort der Begegnung und Weiterbildung für junge Medieninteressierte zu schaffen.

Die Teilnehmenden hatten in Workshops, auf Medientouren und in Erzählcafés die Möglichkeit, sich auszutauschen und weiterzubilden. Themen waren u.a. Mobile Reporting, Social Media im Journalismus, Fake News, Hate Speech und Cybermobbing, Nachrichtenjournalismus, Medienberufe außerhalb des Journalismus.

 

Unter dem Titel Bewegt(e) Grenzen – Raise your voice wurde auf der Auftaktveranstaltung über Pressefreiheit gestritten. Was sind die größten Gefahren für sie? Dr. Lutz Kinkel vom Zentrum für Europäische Presse- und Medienfreiheit sieht Rechtspopulismus als ein zentrales Problem für Journalisten und Journalistinnen. Diese würden zum Feindbild stilisiert, das erhöhe die Gewaltbereitschaft ihnen gegenüber. Daneben werde Terrorismusbekämpfung als Vorwand genutzt, um die Pressefreiheit einzuschränken.

Gleichzeitig ist es auch in Deutschland schwieriger geworden an Informationen aus dem Ausland zu kommen. Gemma Pörzgen von Reporter ohne Grenzen sieht dafür einen zentralen Grund: Die Arbeitsbedingungen seien schlechter geworden, gerade für Kolleginnen und Kollegen im Ausland. „Wir haben dadurch immer mehr weiße Flecken in der Welt, über die nicht mehr berichtet wird“, sagte sie. Sie plädierte ebenso wie Markus Bickel vom Amnesty Journal dafür, Auslandsjournalismus zu stärken. Eine Möglichkeit können andere Geldquellen sein, zum Beispiel Stipendien von Stiftungen.

 

Dazu, neue Wege im Journalismus zu gehen, rief Angelique Geray von BILD.TV auf. Eine Möglichkeit ist, Menschen vor Ort einzubinden. Am Beispiel des ALYOM-Projektes führte sie aus, wie sie syrische Journalisten und Journalistinnen im Rahmen eines Podcasts in die Berichterstattung über ein Kriegsgebiet einbezogen haben, das für Korrespondierende zu unsicher war.

Die Hauptrednerin Kristin Hermann, freie Journalistin aus Bremen, machte den jungen Teilnehmenden ebenfalls im Rahmen der Auftaktveranstaltung Mut: Sie appellierte an die jungen Medienmachenden, ihren Herzensthemen zu folgen, egal, wie stark der Gegenwind sei.

(Quelle)

Tags: Pressefreiheit, Journalismus, Jugendpresse

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