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Axel Springer kündigt den Rückzug von der Börse an

Axel Springer Logo ab 2019Der Axel Springer Verlag will seine Aktien (WKN: 550135 / ISIN: DE0005501357) von der Börse nehmen. Hierzu wolle man bei der Frankfurter Wertpapierbörse einen entsprechenden Delisting-Antrag stellen, heißt es in einer Erklärung des Verlags. Das Vorhaben steht im Zusammenhang mit der im vergangenen Jahr erfolgten Beteiligung des Investors KKR.

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Im ersten Schritt des Börsenrückgangs werden die Aktionäre der Axel Springer SE ein Delisting-Erwerbsangebot erhalten. Hierdurch soll ermöglicht werden, dass die Anteilseigner ihre Aktien noch verkaufen können. In Absprache mit dem Investor KKR soll ein Barangebotspreis in Höhe von EUR 63 je Axel Springer-Aktie abgegeben werden (aktueller Kurs). Diese Gegenleistung entspricht dem Angebotspreis unter dem vorangegangenen öffentlichen Übernahmeangebot, das im Dezember 2019 vollzogen wurde.

Axel Springer und KKR hatten 2019 eine Investorenvereinbarung mit dem Ziel einer strategischen Partnerschaft zur Unterstützung der langfristigen Wachstumsstrategie abgeschlossen. Im Wege eines öffentlichen Übernahmeangebots sowie begleitenden Erwerben hatte die in New York (USA) ansässige Investorengruppe Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) insgesamt rund 44,9 Prozent der Axel Springer-Aktien erworben. Bereits in der Angebotsunterlage vom 5. Juli 2019 hatte KKR vorgeschlagen, dass die Axel Springer SE nach erfolgreichem Übernahmeangebot ein Delisting vollzieht. Nach Bekanntgabe der Beteiligungsabsicht durch KKR legte die Springer-Aktie um rund 30 Prozent zu.

 

Mit einem Delisting wird die Börsennotiz dauerhaft eingestellt, die Aktie kann danach nicht mehr im regulierten Markt gehandelt werden. Durch dieses sogenannte Going Private entfallen fortan auch die umfassenden Publizitätspflichten, der eine börsennotierte Aktiengesellschaften unterliegt.

Der Axel Springer Verlag wurde 1946 von Axel Springer und seinem Vater, dem Verleger Hinrich Springer, in Hamburg als eine GmbH gegründet. Zu den ersten Publikationen zählten die Fernsehzeitschriift Hörzu (heute durch den Essener Funke-Konzern veröffentlicht) und die Nordwestdeutschen Hefte. Später folgten dann die Tageszeitungen Bild und das Hamburger Abendblatt. Springer erwarb 1953 die Zeitung Die Welt und erweitete 1959 eine bereits bestehende Beteiligung am Berliner Ullstein Verlag, der in Berlin die Zeitungen B.Z. und Berliner Morgenpost herausgab.

 

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1970 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. 1983 beteiligte sich Burda mit 24,9 Prozent am Springer-Verlag, im Rahmen des 1985 erfolgten Börsengangs verkaufte Axel Springer 49,23 Prozent seiner Anteile. Nach dem Tod des Verlegers Axel Springer am 22. September 1985 erwarb der Münchener Medienunternehmer Leo Kirch einen Aktienanteil in Höhe von 10 Prozent.

Burda und Kirch hatten ursprünglich beabsichtigt, die Kontrolle über den Springer-Verlag zu übernehmen, doch überraschend verkaufte Burda 1988 seine Beteiligung an die Springer-Erben. Während Burda einst 255 Millionen DM für die Investition bezahlte, konnte man bei der Veräußerung an die Springer-Familie 530 Millionen Mark erzielen. Kirch hingegen war es möglich, im Jahre 1992 seinen Anteil auf 26 Prozent zu erhöhen, im Juni 1993 schließlich sogar auf insgesamt 40 Prozent.

 

Die Kirch-Gruppe, die am Aufbau des Privatfernsehens in Deutschland maßgeblich beteiligt war, geriet Anfang der 2000er Jahre in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Im Rahmen einer bevorstehenden Insolvenz trennte sich Kirch von seiner Beteiligung am Axel-Springer-Verlag.

Springer gab am 12. Juni 2019 bekannt, dass es zum Abschluss einer Vereinbarung mit der US-amerikanischen Beteiligungsgesellschaft KKR gekommen ist. In diesem Zusammenhang bot KKR den Aktionären eine Übernahme in Höhe von 63 Euro je Aktie an. Die Verlegerin Friede Springer und der Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner, die durch direkte und indirekte Investments zusammen mit 45,4 % am Verlag beteiligt sind, behalten dabei ihre Anteile.

 

Darüber hinaus wurde vereinbart, dass auf Gesellschafterebene keine Entscheidungen ohne die Zustimmung von Friede Springer getroffen werden könne. Mit seiner Beteiligung wolle KKR den Konzern umzustrukturieren und schließlich nach etwa fünf bis sieben Jahren die Anteile mit Gewinn wieder veräußern.

 


Tags: Axel Springer, Unternehmensentwicklung, Burda

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