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Günter Verheugen: kritische Berichterstattung ist unabdingbar

Günter Verheugen  Foto European Communities Christian LambiotteGünter Verheugen Foto: European Communities Christian LambiotteIm Rahmen des in Frankfurt am Main stattfindenden Deutschen Medienkongress 2020 gab Günter Verheugen, der frühere EU-Kommissar für Erweiterung und Europäische Nachbarschaftspolitik, einen Ausblick auf die kommenden Jahre. Aus Sicht Verheugens wären der Klimawandel, der Brexit, Migration sowie der schwierige Umgang mit den USA Punkte, die innerhalb der Europäischen Union gemeinsam gelöst werden müssten. Eine bedeutende Aufgabe hätten hierbei die Medien wahrzunehmen.

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Auf dem Kongress kritisierte Verheugen die Medien und machte dies unter anderem an der Berichterstattung über das Scheitern des Freihandelsabkommens mit den USA deutlich. Die Darstellung der Ereignisse wäre aus seiner Sicht nahezu ein „Totalversagen“ gewesen. „Ich habe nichts gegen Foodwatch und Greenpeace oder wie sie alle heißen, aber, liebe Medien: NGOs haben nicht automatisch recht“, so Verheugen.

Der ehemalige Staatsminister im Auswärtigen Amt stellte jedoch heraus, dass Medien aber auch in Zukunft unverzichtbar sind: „Nie war der gute Journalismus so wichtig wie heute.“ Denn in einer sich stets verändernden Welt, die durch eine wachsenden Ungleichheit charakterisiert ist und immer wieder zu neuen Konflikten führt, in der die Migrationsströme zunehmen und in der auch das westliche Demokratiemodell wieder angefochten wird, ist eine kritische Berichterstattung unabdingbar. „Es gibt so viel Desinformation und falsche Aussagen, dass selbst ich oft nicht weiß, wem und was ich noch glauben soll.“

 

Seit mehr als 20 Jahren stellt der Deutsche Medienkongress das Gipfeltreffen der Kommunikationsbranche dar. Initiiert wird die Veranstaltung durch die in der dfv Mediengruppe erscheinende Fachzeitung Horizont. Mehr als 700 Entscheider der Agenturen, der Medienhäuser und der werbungtreibenden Unternehmen treffen sich in der Frankfurter Alten Oper.

Der 1944 in Bad Kreuznach geboren Verheugen war ab 1967 Mitglied im Landesverband Nordrhein-Westfalen der Deutschen Jungdemokraten, einem Jugendverband der FDP. 1969 wurde er Referatsleiter für Öffentlichkeitsarbeit im Bundesinnenministerium unter Hans-Dietrich Genscher. 1974 wechselte er mit Genscher in das Außenministerium. Verheugen wurde 1977 zunächst Bundesgeschäftsführer der FDP, 1978 dann Generalsekretär der Partei.

 

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Im Rahmen des Regierungswechsels nach Ende der sozialliberalen Koalition unter Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) trat Verheugen aus der FDP aus und wurde Mitglied der SPD. Von August 1993 bis September 1995 war er SPD-Bundesgeschäftsführer, unter Joschka Fischer (Bündnis 90/Grüne) schließlich Staatsminister im Auswärtigen Amt. 1999 übernahm er in Brüssel das Amt des EU-Kommissars für Erweiterung und Europäische Nachbarschaftspolitik. Zwischen 2004 und 2010 war Verheugen Vizepräsident und zuständiger Kommissar für Unternehmen und Industrie. Heute ist er als Gastredner und Berater tätig.

 


Tags: Journalismus, dfv Mediengruppe

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