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bvdm: Geschäftsklimaindex bleibt auf niedrigem Niveau

Druckindustrie Foto BVDMFoto: BVDMWeltweite Krisenherde beeinflussen auch die Geschäftserwartungen in der deutschen Druck- und Medienbranche. Dies ergab eine im August 2019 durchgeführte Umfrage des Bundesverbands Druck und Medien. Der Geschäftsklimaindex liegt derzeit bei 98,3 Zähler und somit um 4,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

 

Die vom ifo Institut befragten Druck- und Medienunternehmen beurteilten im August 2019 ihre aktuelle Geschäftslage zwar positiver als noch im Juli 2019. Dennoch verschlechterten sich die Erwartungen der Unternehmen hinsichtlich ihrer zukünftigen Geschäftslage im Vormonatsvergleich abermals. Die Werte der aktuellen und erwarteten Geschäftslage bestimmen die Entwicklung des Geschäftsklimas, das einen guten Vorlaufindikator für die Produktionsentwicklung der Druck- und Medienindustrie darstellt.

Der saisonbereinigte Geschäftslageindex konnte zwar im August gegenüber dem Vormonat einen Anstieg um 0,7 Prozent verzeichnen und entwickelte sich somit nach dem Rückgang im Juli (-0,3 Prozent) wieder leicht positiv. Dennoch nahm das Indexniveau im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,5 Prozent ab und lag mit 99,9 Zählern erneut unter dem Vorjahresstand. Jedoch war dies der schwächste Rückgang seit Beginn der nunmehr neun Monate andauernden Abwärtsentwicklung im Vorjahresvergleich.

 

Eine stärkere Nachfrage- und Produktionsentwicklung im Vorjahresvergleich dürfte der wesentliche Grund für diese Abschwächung der Abwärtsbewegung sein. Allerdings bewerteten 40 Prozent der befragten Unternehmen ihren Auftragsbestand als zu niedrig und nur 9 Prozent als verhältnismäßig groß. Darüber hinaus zeigt die erneute Verschlechterung der Geschäftserwartungen der Unternehmen für die kommenden sechs Monate, dass die Aussichten auch weiterhin verhalten bleiben.

Daher fiel der entsprechende saisonbereinigte Index der Geschäftserwartungen gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent auf 96,7 Zähler. Im Vergleich zum Vorjahresmonat fiel das Indexniveau um 7,5 Prozent und konnte damit den stärksten Abfall seit dem Januar verzeichnen. Dieser Rückgang dürfte einerseits an der im Vorjahresvergleich negativeren Beurteilung der geplanten Produktionstätigkeit liegen, andererseits dürften jedoch auch gesamtwirtschaftliche Entwicklungen wie die Abkühlung der Konjunktur und die zunehmende Rezessionsgefahr in der deutschen Wirtschaft für diese mangelnde Zuversicht der Unternehmen verantwortlich sein.

 

Diese pessimistischen Erwartungen sind jedoch nicht nur in der Druckindustrie zu beobachten, sondern auch im gesamten verarbeitenden Gewerbe, dessen saisonbereinigter Geschäftsklimaindex im August auf den tiefsten Stand seit dem Krisenjahr 2009 gefallen ist. Das Ausarten des Handelskonflikts zwischen den USA und China und der drohende ungeregelte Brexit dürften einige der wesentlichen Gründe für diesen zunehmenden Pessimismus unter den deutschen Industriefirmen sein.

Der in Berlin ansässige Bundesverband Druck und Medien e.V. analysiert monatlich die aktuelle Geschäftslage anhand von Daten des renommierten ifo Instituts. Das Marktforschungsinstitut erhebt diese Werte im Rahmen der monatlichen Konjunkturumfrage in der gewerblichen Wirtschaft. Die Einschätzungen der Druck- und Medienunternehmen werden somit nicht nur in dem vom Verband monatlich herausgegebenen „bvdm-Konjunkturtelegramm“ zusammengefasst, sondern fließen auch in dem der Öffentlichkeit gut bekannten ifo-Geschäftsklimaindex mit ein.

 

Dabei basieren die Stimmungsindikatoren wie auch bei anderen Erhebungen auf subjektive Einschätzungen von Druck- und Medienunternehmen. Ihm liegen somit gefühlte Werte zugrunde, die von Eindrücken und Wahrnehmungen der Unternehmer abhängig sind. Durchgeführte Berechnungen zeigen, dass die wirtschaftlichen Aussichten mit dem später tatsächlich festgestellten Produktions- und Umsatzindex annähernd übereinstimmen.

 

Tags: Unternehmensentwicklung, Druckindustrie, bvdm

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