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Druck- und Medienbranche: Geschäftsklima kühlt sich im März 2020 deutlich ab

Druckindustrie Foto BVDMFoto: BVDMDie Corona-Krise wirkt sich auch auf das sich das Geschäftsklima in der deutschen Druck- und Medienbranche aus. Konnte im Vormonat noch eine positive Stimmung verzeichnet werden, so ist davon im März 2020 nichts mehr zu spüren. Doch das ganze Ausmaß des Shutdowns dürfte sich indes erst im Konjunkturtelegramm des Aprils zeigen.

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Der vom Bundesverband Druck und Medien berechnete Geschäftsklimaindex fiel gegenüber dem Vormonat um saisonbereinigt 4,5 Prozent. Im Vorjahresvergleich büßte der Index saisonbereinigt 3,9 Punkte ein und notierte mit 97,5 Zählern auf einem Acht-Monats-Tief.

Die vom ifo Institut befragten Druck- und Medienunternehmen bewerten ihre derzeitige Geschäftslage nur etwas schlechter als im Vormonat Februar 2020. Deutlich pessimistischer jedoch beurteilten die Unternehmen ihre für die nächsten sechs Monate erwartete Geschäftsentwicklung. Die Werte der aktuellen und der erwarteten Geschäftslage bestimmen die Entwicklung des Geschäftsklimas, das einen guten Vorlaufindikator für die Produktionsentwicklung der Druck- und Medienindustrie darstellt.

 

Die noch im Vormonat erzielte Zunahme in Höhe von 1,9 % gab der saisonbereinigte Geschäftslageindex im März nahezu vollständig wieder ab und notierte mit 99,4 Zählern in etwa auf dem Stand des Januars. Angesichts des gesamtwirtschaftlichen Ausmaßes der Coronavirus-Folgen, fiel der im Vormonatsvergleich beobachtete Rückgang mit -1,8 % allerdings noch moderat aus. Auch im Vorjahresvergleich hielt sich der Rückgang (-1,5 %) in Grenzen.

Ein zentraler Grund dafür dürfte sein, dass im Rahmen der Umfrage ein überwiegender Anteil der Antworten noch vor dem 18. März 2020 beim ifo-Institut eingegangen ist. Folglich konnten die Befragten nicht die erhebliche Verschärfung der Lage berücksichtigen, die seit Ende des Befragungszeitraumes stattgefunden hat und auf die die Bundesregierung mit Maßnahmen wie einem bundesweit geltenden Kontaktverbot sowie einem milliardenschweren Hilfs- und Rettungspaket reagiert hat.

 

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Dass sich das Geschäftsklima im Vormonatsvergleich dennoch stark eintrübte, ist überwiegend auf die deutlich pessimistischere Beurteilung der Druck- und Medienunternehmen bezüglich ihrer erwarteten Geschäftslage zurückzuführen. So sank im März 2020 der saisonbereinigte Index der Geschäftserwartungen im Vergleich zum Vormonat um 7,2 Prozent und notierte daher mit 95,5 Punkten auf einem Sechs-Monats-Tief. Auch im Vorjahresvergleich fiel der Rückgang mit -6,2 % hoch aus.

Insbesondere im Hinblick auf ihre zukünftigen Produktionspläne zeigten sich die Unternehmen überwiegend pessimistisch. Während rund 14 % der Unternehmen angaben, dass ihre Produktionstätigkeit in den kommenden drei Monaten zunehmen wird, erwarteten rund 29 % der Befragten eine Drosselung ihrer Produktion. Im Vorjahresvergleich verschlechterte sich der Saldo daher um 16 Prozentpunkte und fiel auf -15 Prozentpunkte. Zudem gaben rund 21 % der befragten Unternehmen an, dass sie in den nächsten drei Monaten auf Kurzarbeit umstellen werden.

 

 

Der in Berlin ansässige Bundesverband Druck und Medien e.V. (BVDM), der 1869 als Deutscher Buchdruckerverein gegründete wurde, ist der Spitzenverband der deutschen Druckindustrie. Er vertritt die Positionen und Ziele der deutschen Drucker als technischer Fachverband, politischer Wirtschaftsverband und auch als Arbeitgeberverband, berät zudem seine Mitglieder in den Bereichen Tarifpolitik, Bildung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Wirtschaftsrecht, Technik und Forschung, Wirtschaft sowie in Arbeits- und Umweltfragen.

Der BVDM analysiert monatlich die aktuelle Geschäftslage anhand von Daten des renommierten ifo Instituts. Das Marktforschungsinstitut erhebt diese Werte im Rahmen der monatlichen Konjunkturumfrage in der gewerblichen Wirtschaft. Die Einschätzungen der Druck- und Medienunternehmen werden somit nicht nur in dem vom Verband monatlich herausgegebenen „bvdm-Konjunkturtelegramm“ zusammengefasst, sondern fließen auch in dem der Öffentlichkeit gut bekannten ifo-Geschäftsklimaindex mit ein.

Dabei basieren die Stimmungsindikatoren wie auch bei anderen Erhebungen auf subjektive Einschätzungen von Druck- und Medienunternehmen. Ihm liegen somit gefühlte Werte zugrunde, die von Eindrücken und Wahrnehmungen der Unternehmer abhängig sind. Durchgeführte Berechnungen zeigen, dass die wirtschaftlichen Aussichten mit dem später tatsächlich festgestellten Produktions- und Umsatzindex annähernd übereinstimmen.

siehe auch: Themenbereich Corona-/COVID-19-Pandemie

 


Tags: Druckindustrie, bvdm, Corona-/COVID-19-Pandemie

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