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Medien während der Corona-Krise: Journalisten berichten über ihre Arbeit

BDZV Fakt statt FakeDass Journalismus in Krisenzeiten unerlässlich ist, wurde bereits vielfach hervorgehoben. Doch wie arbeiten Journalisten, wenn auf Pressekonferenzen, bei Interviews auf der Straße und selbst in den Redaktionsbüros die Abstandsgebote zu beachten sind? Kann man das noch oder sogar schon wieder als „Arbeitsalltag“ bezeichnen? Mit Selfie-Videos, die auf einem eigens erstellten YouTube-Kanal veröffentlicht werden, geben Journalisten Antworten.

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Durch seine zahlreichen Reisereportagen erhielt der österreichische Journalist Egon-Erwin Kisch (1885-1948) den bis heute bekannten Beinamen „Der rasende Reporter“. Und genau so stellen sich viele den Beruf des Journalisten auch vor: draußen, vor Ort Fakten sammeln und dann in einem Redaktionsbüro die gewonnenen Eindrücke zu Papier zubringen, die schließlich am nächsten Morgen als Schlagzeilen auf den Titelseiten der am Kiosk erhältlichen Zeitungen zu lesen sind.

Doch wie verhält es sich in Krisenzeiten, wenn man nicht immer vor Ort sein kann oder am „Point of Action“ schlichtweg nichts geschieht? Wenn Fußballstadien verwaist sind oder kulturelle Veranstaltungen abgesagt werden? Ist es überhaupt möglich in einem „Newsroom“, wie Redaktionsräume heutzutage auch genannt werden, zu arbeiten, wenn doch ein Abstandsgebot zu anderen Menschen besteht?

 

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Auch für Journalisten gilt der Stayhome-Appell. Doch nicht immer ist dieses Gebot umsetzbar und beschert Fernsehzuschauern ungewohnte Bilder. Da werden Interviewpartnern nun die Mikrofone, in einer Plastikfolie eingepackt, mit einem Stativ vorgehalten. In den Pressekonferenzen sind die meisten Stühle unbesetzt um eine Distanz von mindestens zwei Metern zum Nachbarn einhalten zu können. So entstehen im Vergleich zu den sonst bekannten Konferenzen zuweilen bizarre Bilder.

Der Deutsche Journalisten-Verband DJV hat nun alle Journalistinnen und Journalisten dazu aufgerufen, mit einem kurzen Selfie-Video über ihre Arbeit in der Corona-Krise zu berichten und die Beiträge an den DJV zu schicken. Unter dem Hashtag #WirSindJournalismus präsentiert der Verband bereits die ersten zwei Minuten langen Videos auf seinem YouTube-Kanal.

 

Frank Überall (Foto: Frank Sonnenberg)Frank Überall (Foto: Frank Sonnenberg)Man wolle auf diese Weise den Usern damit einen Einblick in den journalistischen Alltag in Zeiten von Corona bieten. „Wie journalistische Beiträge zustande kommen, wissen die meisten Menschen nicht. Das wollen wir ändern. Denn wir stehen für seriöse Recherche, Berichterstattung, Einordnung“, erklärt hierzu der DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall.

Der Journalist ergänzt: „Wir erleben gerade ein riesiges Interesse der Menschen an Medien und an journalistischer Berichterstattung“. Aus Sicht des Verbands bietet sich die Chance, mit Informationen, Fakten und Eindrücken gegen weit verbreitete Vorurteile vorzugehen. „Mit #WirSindJournalismus haben Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit, sich und ihre Arbeit vorzustellen.“

 

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Die Bedeutung des Journalismus’ in Krisenzeiten will ebenso der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) erneut hervorheben. Hierzu wurde auch in Zusammenarbeit mit dem Schwesterverband VÖZ (Verband Österreichischer Zeitungen) in Wien eine Anzeigenkampagne gestartet. Die zwei Anzeigenmotive sollen die unverzichtbaren Leistungen für Gesellschaft und Demokratie, die Journalistinnen und Journalisten mit Zeitungen täglich erbringen, verdeutlichen.

Denn aus Sicht des Verbandes wird gerade in der aktuellen Corona-Krisenzeit deutlich, wie wichtig die verlässlichen Inhalte der Zeitungen sind, aber auch, wie schwierig deren Refinanzierung unter den erschwerten Bedingungen ist. Denn ein wesentliches wirtschaftliches Standbein zur Finanzierung von Zeitungen und Zeitschriften ist der Verkauf von Anzeigen. Und die Zahl der Anzeigenaufträge ist derzeit stark rückläufig, insbesondere bei regionalen Tageszeitungen. Es ist allgemein bekannt, dass viele Nachbarschaftsgeschäfte in Zeiten der Krise geschlossen haben. Daher entfallen die Aufträge zahlreicher Kunden, nicht zuletzt aus dem Bereich der Gastronomie.

 

Nach Meinung des Verlegerverbandes ist vielen Bürgerinnen und Bürgern gar nicht bewusst, dass Zeitungshäuser eine komplexe Versorgungskette organisieren, eine systemrelevante Infrastruktur, von der Papierbeschaffung bis zur Haustür. Erst kürzlich hatte der Verband bereits für erhebliche Aufmerksamkeit mit der Fensterplakat-Anzeigenaktion „Wir bleiben zuhause. Und wir danken allen, die dafür sorgen, dass der Laden läuft.“ gesorgt. Es war eine der ersten großen bundesweiten „Danke“-Aktionen in Zusammenhang mit den Folgen des Corona-Virus überhaupt.

 

 

siehe auch: Themenbereich Corona-/COVID-19-Pandemie

 


Tags: Journalismus, DJV, BDZV, Corona-/COVID-19-Pandemie

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