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Konjunkturtelegramm August 2020: Geschäftsklima kühlt sich wieder ab

Druckindustrie Foto BVDMNoch im Juli 2020 hatte sich das Geschäftsklima der deutschen Druck- und Medienbranche außergewöhnlich stark gebessert, doch nun kühlt es sich bereits wieder ab. Der vom Bundesverband Druck und Medien (bvdm) berechnete Geschäftsklimaindex gab im August gegenüber dem Vormonat um saisonbereinigt 4,8 Prozent nach und verzeichnete erstmals seit drei Monaten wieder einen Rückgang.

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Der ermittelte Index liegt nunmehr 8,2 Prozent unter seinem Vorjahreswert. Mit 90,1 Punkten notiert er aber dennoch 9 Punkte über dem Zehnjahrestief im April dieses Jahres. Die im Auftrage des Verbandes vom ifo Institut befragten Druck- und Medienunternehmen bewerten ihre derzeitige Geschäftslage erneut etwas besser als im Vormonat. Doch ihre für die nächsten sechs Monate erwartete Geschäftslage beurteilten sie sichtlich schlechter als noch im Juli. Die Werte der aktuellen und erwarteten Geschäftslage bestimmen die Entwicklung des Geschäftsklimas, das einen guten Vorlaufindikator für die Produktionsentwicklung der Druck- und Medienindustrie darstellt.

Schon in den Monaten zuvor stieg der Geschäftslageindex an und legte im August erneut zu. Er erreichte nun mit 83,7 Punkten den höchsten Stand seit April. Jedoch schwächte sich der Indexanstieg gegenüber dem Juli etwas ab und fiel mit saisonbereinigt 3,8 Prozent um 2,4 Prozentpunkte schwächer aus als im Vormonat. Hierdurch verringerte sich der im Vorjahresvergleich festgestellte Rückgang, blieb mit -16,1 Prozent jedoch recht hoch.

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Wenngleich auch die allmählich anziehende Nachfrage nach Druckereileistungen den im Vorjahresvergleich festgestellten Rückgang nach und nach reduziert, kann jedoch beobachtet werden, dass die Unternehmer mit ihrer derzeitigen Lage überwiegend unzufrieden sind und die Verbesserung der Geschäftslage aktuell noch auf einem niedrigen Niveau stattfindet. Während im August lediglich 10 Prozent der Unternehmen ihre derzeitige Geschäftslage als gut beurteilten, gaben 42 Prozent an, dass sie nicht zufrieden sind.

Dass das Geschäftsklima sich trotz der Besserung der Geschäftslage abkühlte, lag an den deutlich weniger zuversichtlichen Erwartungen der Druck- und Medienunternehmen hinsichtlich ihrer zukünftigen Geschäftsentwicklung. Im August lag der entsprechende saisonbereinigte Index der Geschäftserwartungen mit 96,9 Punkten 12,7 Prozent unter seinem Vormonatswert. Notierte der Index im Juli noch 14,4 Prozent über seinem Vorjahreswert, lag der Index im August nur noch 0,3 Prozent über seinem Vorjahresniveau.

 

Die starke Volatilität des Erwartungsindex, die in den letzten fünf Monaten beobachtet werden konnte, verdeutlicht insbesondere die andauernde Unsicherheit von Unternehmern im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, die es ihnen sehr schwer macht, den weiteren Verlauf der Geschäftsentwicklung einzuschätzen. So gaben im aktuellen Monat rund 27 Prozent der Befragten an, dass sich ihre Geschäftslage in den nächsten sechs Monaten verschlechtern wird. Genauso hoch war der Anteil derer, die eine günstige Geschäftsentwicklung erwarteten.

Der in Berlin ansässige Bundesverband Druck und Medien e.V. (BVDM), der 1869 als Deutscher Buchdruckerverein gegründete wurde, ist der Spitzenverband der deutschen Druckindustrie. Er vertritt die Positionen und Ziele der deutschen Drucker als technischer Fachverband, politischer Wirtschaftsverband und auch als Arbeitgeberverband, berät zudem seine Mitglieder in den Bereichen Tarifpolitik, Bildung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Wirtschaftsrecht, Technik und Forschung, Wirtschaft sowie in Arbeits- und Umweltfragen.

Der BVDM analysiert monatlich die aktuelle Geschäftslage anhand von Daten des renommierten ifo Instituts. Das Marktforschungsinstitut erhebt diese Werte im Rahmen der monatlichen Konjunkturumfrage in der gewerblichen Wirtschaft. Die Einschätzungen der Druck- und Medienunternehmen werden somit nicht nur in dem vom Verband monatlich herausgegebenen „bvdm-Konjunkturtelegramm“ zusammengefasst, sondern fließen auch in dem der Öffentlichkeit gut bekannten ifo-Geschäftsklimaindex mit ein.

Dabei basieren die Stimmungsindikatoren wie auch bei anderen Erhebungen auf subjektive Einschätzungen von Druck- und Medienunternehmen. Ihm liegen somit gefühlte Werte zugrunde, die von Eindrücken und Wahrnehmungen der Unternehmer abhängig sind. Durchgeführte Berechnungen zeigen, dass die wirtschaftlichen Aussichten mit dem später tatsächlich festgestellten Produktions- und Umsatzindex annähernd übereinstimmen.


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Tags: Druckindustrie, bvdm

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