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Corona-Krise: Wochenblätter beweisen Relevanz für den lokalen Leser- und Werbemarkt

BVDA kleinNach Ansicht des Bundesverbands Deutscher Anzeigenblätter haben die Wochenblätter in Deutschland ihre wichtige Rolle als Lieferant für lokale Informationen auch in der Corona-Krise bewiesen. Gerade in der Zeit nach dem Lockdown würde sich ihre Relevanz als Plattform für den Handel, Handwerk und Mittelstand vor Ort zeigen. Doch als Konkurrent würde sich nunmehr jemand erweisen, der bislang auf ganz anderen Märkten tätig war: Amazon.

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Mit ihren Anzeigen und Beilagen können die Wochenblätter einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass die Konsumstimmung vor Ort wieder belebt wird. Das redaktionelle Umfeld, das vor allem den Nahbereich kontinuierlich und journalistisch abbildet, genieße in der Bevölkerung eine hohe Reputation. Das sind die Ergebnisse des heutigen Netzwerkformats VITAL LOKAL des Bundesverbands Deutscher Anzeigenblätter (BVDA).

Unter dem Motto „Zukunft wird vor Ort gemacht - Auswirkungen der Corona-Krise auf die lokale Handels- und Medienlandschaft“ haben sich heute Politiker, Verbandsvertreter, Journalisten und Mitarbeiter aus Ministerien zu einem virtuellen Morgendialog getroffen. Die Teilnehmer diskutierten in dem Webformat dabei vor allem, welche Bedeutung den kostenlosen Wochenblättern und dem lokalen Handel künftig zukommt und wie sich die Corona-Krise auf ihre wirtschaftliche Entwicklung auswirken wird.

 

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Der Geschäftsführer des Instituts für Handelsforschung (IFH) Köln, Kai Hudetz, zeigte in seinem Impuls auf, dass die kostenlosen Wochenblätter wichtiger Bestandteil der Handelswerbung bleiben. Insbesondere ihre Pushfunktion und Abverkaufswirkung könne in dieser Ausprägung nicht durch digitale Alternativen ersetzt werden. Zudem stellte der E-Commerce-Experte fest, dass die Verschiebungen zum Onlinehandel im Laufe der Corona-Krise deutlich zugenommen hätten.

Schwerer wiege hingegen jedoch der Konsumverzicht, den sich viele Verbraucher auferlegt hätten. Diese Entwicklung sowie die stärkere Rückbesinnung der Menschen auf den eigenen Nahbereich eröffneten Potenziale für lokale Händler und Medien. Dabei komme es nunmehr vor allem darauf an, die Verbraucher mit cleveren Kampagnen und Vermarktungsideen für den stationären Handel und seine Produkte zu begeistern.

 

Diese Maßnahme sei auch deshalb zwingend erforderlich, weil sich durch die Krise bedingt weitere Marktanteile in Richtung Amazon verschieben würden. „Indem sich Amazon mittlerweile auch im Feld klassischer Werbung betätige, erwächst den kostenlosen Wochenblättern und anderen Jörg Eggers (Foto: BVDA Bernd Brundert)Jörg Eggers (Foto: BVDA Bernd Brundert)lokalen Medienangeboten zusätzliche Konkurrenz - und dies in einer bereits angespannten wirtschaftlichen Situation“, erklärte Hudetz.

Der BVDA-Hauptgeschäftsführer, Jörg Eggers, zog ein erstes Fazit zur aktuellen wirtschaftlichen Situation der Wochenblattverlage. Sie verfügten über ein funktionierendes Geschäftsmodell, das nach früheren Beeinträchtigungen durch staatliche Regulierungen nun auch noch mit zusätzlichen weiteren externen Belastungen zu kämpfen habe. „Viele Verlage sind in der Corona-Krise ihrer publizistischen Verantwortung gerecht geworden und haben den Bürgerinnen und Bürgern relevanten lokalen Journalismus kostenlos direkt in ihre Haushalte geliefert - und dies bei nahezu unverändert hohen Kosten bei Produktion und Vertrieb“, betonte Eggers. Dabei nannte er als Beispiel die Initiative gegen Falschmeldungen, die der BVDA gemeinsam mit dem Recherchenetzwerk CORRECTIV ins Leben gerufen hat.

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Die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen konnten insgesamt die zurückgegangenen Umsätze nur in begrenztem Umfang abfedern. Aus diesem Grund forderte der BVDA-Hauptgeschäftsführer mit Blick auf die Bedeutung der lokalen Medien, deren gewachsene Logistikstrukturen zu sichern: „Die im Bundeshaushalt verabschiedete Zustellförderung für Anzeigenblätter und Tageszeitungen muss vor der aktuellen Entwicklung neu bewertet werden. Die geplanten 40 Millionen Euro müssen deutlich aufgestockt werden, damit eine Grundversorgung mit lokalen Informationen weiterhin gewährleistet bleiben kann“, sagte Eggers.

Dies würde nicht nur, aber auch unter dem Aspekt der postulierten gleichwertigen Lebensverhältnisse von Stadt und Land eine wichtige Rolle spielen. Darüber hinaus forderte Eggers, dass die konzeptionellen Voraussetzungen für die Zustellförderung schnell und unkompliziert umgesetzt werden.

 

Der heute in Berlin ansässige Verband wurde am 3. Juli 1987 in Bonn gegründet. Dem BVDA gehören deutschlandweit 207 Verlage mit insgesamt 884 Anzeigenblatt-Titeln und einer Wochenauflage von 63,6 Millionen Exemplaren an. Somit repräsentiert der BVDA etwa 75 Prozent der Gesamtauflage der deutschen Anzeigenblätter. Diese werden bundesweit von mehr als 50 Millionen Menschen über 14 Jahren gelesen.

 


Tags: BVDA, Corona-/COVID-19-Pandemie

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