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BVDA: Existenz vieler Anzeigenblätter ist gefährdet

BVDA Präsident Alexander Lenders (Foto: Anette Koroll)Aufgrund der Corona-Problematik können viele Veranstaltungen derzeit nicht wie gewohnt stattfinden. Hiervon betroffen war auch die diesjährige Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Deutscher Anzeigenblätter (BVDA), die gestern, am 16. Oktober 2020, erstmals digital durchgeführt wurde. Verbandspräsident Alexander Lenders (Foto) betonte, wie wichtig die flächendeckende Versorgung der Menschen mit kostenlosen Informationen aus dem Nahbereich sei. Diese sei ernsthaft gefährdet. Lenders forderte ein klares Bekenntnis für die Mediengattung.

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Durch die Corona-Pandemie war eine gesteigerte Nachfrage nach Printprodukten zu verzeichnen. Hiervon profitierten auch die kostenlosen Wochenblätter, die als systemrelevant für die Gesellschaft angesehen werden. Dies wurde den rund 200 Mitgliedsverlagen des BVDA mehrfach von verschiedenen Bundes- und Landesministerien bestätigt. „Niemand erreicht so viele Menschen, wie wir“, erklärte Präsident Alexander Lenders. Als problematisch erwies sich jedoch der Umstand, dass zahlreiche Anzeigenkunden die Zahl der Anzeigenaufträge reduzierten.

In einer Zeit, die geprägt sei von Fake-News und einer unerträglichen Debattenkultur, informierten die Anzeigenblätter sachlich und unaufgeregt über das Geschehen vor Ort. „Unsere Mediengattung leistet einen wichtigen Beitrag für eine informierte und aufgeklärte Gesellschaft“, so der BVDA-Präsident. Denn digitale Blasen würden nach Ansicht von Lenders langfristig zu einer weiteren Spaltung in der Gesellschaft führen.

Lenders betonte: „Ohne ein klares Bekenntnis der Politik werden die Wochenblätter diesen wichtigen Beitrag in Zukunft nicht mehr flächendeckend leisten können.“ Denn nach Ansicht des Verbands sind die Herausforderungen für die Branche enorm. Neben den steigenden Kosten für die Zustellung werde das Megathema Nachhaltigkeit vereinzelt ausgenutzt, um gezielt Stimmung gegen das Medium Print zu machen. Hier müsse die Politik darauf achten, dass den Verlagen keine weiteren Stolpersteine in den Weg gelegt werden, so die Meinung der Verleger.

Dabei forderte der BVDA-Präsident die staatliche Förderung der Zustellung: „Die Versorgung mit Informationen leistet einen wichtigen Beitrag, dass Regionen in strukturschwachen Gebieten nicht noch weiter austrocknen. Eine reine Digitalförderung würde komplett an diesem Förderzweck vorbeigehen“, erklärte Lenders. Wie kein anderes Medium würden die Anzeigenblätter Lokalnachrichten journalistisch aufbereiten.

 

Bereits im Juli 2020 hatte der Deutsche Bundestag eine „Förderung der digitalen Transformation des Verlagswesens zur Förderung des Absatzes und der Verbreitung von Abonnementzeitungen, -zeitschriften und Anzeigenblättern“ in Höhe von 220 Millionen Euro beschlossen. Dieses konkrete Förderkonzept wird derzeit vom zuständigen Bundeswirtschaftsministerium erarbeitet. Der BVDA hat im Verlauf des Verfahrens immer wieder deutlich gemacht, dass die Förderung eine direkte Unterstützung der Zustellung von Anzeigenblättern umfassen müsse.

In seiner Rede forderte BVDA-Präsident Lenders auch ein klares Bekenntnis der Werbekunden: „Corona wirkt auch in unserer Branche wie ein Brandbeschleuniger und der ohnehin schwierige Werbemarkt ist noch angespannter geworden.“ In engem Schulterschluss mit seinen Partnern wolle sich der Verband dafür einsetzen, ein Bewusstsein im Markt für die Situation der Anzeigenblattverlage zu schaffen.

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Der heute in Berlin ansässige Verband wurde am 3. Juli 1987 in Bonn gegründet. Dem BVDA gehören deutschlandweit 207 Verlage mit insgesamt 884 Anzeigenblatt-Titeln und einer Wochenauflage von 63,6 Millionen Exemplaren an. Somit repräsentiert der BVDA etwa 75 Prozent der Gesamtauflage der deutschen Anzeigenblätter. Diese werden bundesweit von mehr als 50 Millionen Menschen über 14 Jahren gelesen.

Foto: BVDA Präsident Alexander Lenders (Foto: Anette Koroll)

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Tags: Lokaljournalismus, BVDA, Corona-/COVID-19-Pandemie

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