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Einfluss von Social Media und KI: Mediengipfel diskutiert über die „zerrissene Welt“

zu Guttenberg Karl Theodor Foto Spitzberg PartnersKarl Theodor zu Guttenberg (Foto: Spitzberg Partners)Vom 28. bis 30. November 2019 findet der 13. „Europäische Mediengipfel Lech“ statt. Meinungsbildner aus Politik, Medien, Wirtschaft und Wissenschaft diskutieren über „das neue Europa zwischen Globalisierung und Nationalismus, radikalen Entwicklungen und alten Feindbildern.“ Prominentester Teilnehmer: Karl-Theodor zu Guttenberg.

 

Jeder gegen jeden. Nord gegen Süd, Ost gegen West, Entwicklungsländer gegen Industrienationen. Für viele nicht mehr nachvollziehbar entstehen zuweilen absurde Handelsschranken, während man in Deutschland den 30. Jahrestag des Mauerfalls begeht, werden anderen Ortes neue Mauern aufgebaut, ganz gleich ob als real existierende oder virtuelle Barrieren in Form von Strafzöllen. Die gegensätzlichen Interessen in einer digitalisierten und globalisierten Welt nehmen in ein bislang unbekannten Ausmaß zu.

 

Und als ob dies alles nicht schon fatal genug wäre, ist auch noch die offene und freie Demokratie in Gefahr. Wüste Beleidigungen werden als „Meinungsäußerung“ deklariert, da wo Worte nicht mehr gewechselt werden, wird kurzerhand Gewalt als „Sprache“ angewandt. Zudem werden Wirtschaft und Gesellschaft durch Künstliche Intelligenz („KI“) weltumspannend verändert. In einem sonderbaren Widerspruch zwischen Entgrenzung und Zusammenrücken wird wieder zunehmend an alten und neuen Feindbildern gebastelt.

Diesen Themen will sich nun der diesjährige Europäische Mediengipfel widmen. Eröffnet wird die Veranstaltung von der ausgewiesenen Nahost-Expertin und ehemaligen österreichischen Außenministerin Karin Kneissl mit ihrer Expertise und Analyse zur zerrissenen Welt. Im Anschluss daran wird der ehemalige deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg im Dialog mit Kai Diekmann, ehemaliger Chefredakteur der Bild-Zeitung, die bevorstehende US-Wahl und deren Auswirkungen auf Europa und die Welt beleuchten.

 

Christian Kern, früherer österreichischer Bundeskanzler und derzeitiger Berater für zahlreiche israelische Technologieunternehmen, wird sich zusammen mit Hans-Peter Siebenhaar, Präsident der Auslandspresse in Wien, dem übergeordneten Thema des Mediengipfels widmen. Schließlich wird der erste Teil des Eröffnungsabends durch Alexandra Föderl-Schmid, Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung in Israel, Quian Sun, freie Journalistin in Berlin für unterschiedliche Medien in China, Othmar Karas, Vizepräsident des Europäischen Parlaments sowie Anna Rose, Journalistin der Moskauer Zeitschrift "Journalist", beendet.

Im Anschluss daran werden die Diskussionen, diesmal zu aktuellen politischen Themen, fortgesetzt. Daran teilnehmen werden unter der Gesprächsleitung von Ingrid Thurnher die Journalistin Eva Linsinger (Profil), Rainer Nowak (Die Presse), Petra Stuiber (Der Standard), Gerold Riedmann (Vorarlberger Nachrichten) und Paul Ronzheimer (BILD Zeitung).

 

Am zweiten Tag des Programms wird die Rolle der sozialen Medien beleuchtet. Ob Social Media inzwischen als fünfte Macht im Staate angesehen werden kann, wird Philipp Jessen, CEO Storymachine Berlin, ergründen. Danach werden Medienvertreter sich der Frage widmen, ob die Pressefreiheit durch Einschüchterung, Desinformation und Interventionen bedroht ist. Ihre Teilnahme hieran haben der ungarische Journalist Márton Gergely, APA Chefredakteur Johannes Bruckenberger, die stellvertretende Chefredakteurin der Tageszeitung "Der Standard" Nana Siebert sowie die Berliner Journalistin und Fact-Checkerin Karolin Schwarz zugesagt. Dieses Medienforum wird von Daniela Kraus, Generalsekretärin vom Presseclub Concordia, moderiert. Der deutsch-britische Hirnforscher John-Dylan Haynes wird sodann mit einer Ausführung zum Thema „Künstliche Intelligenz“ und zu der Frage, ob Maschinen uns demnächst in unserer Denkleistung überholen werden, den Vormittag beschließen.

Am Abend werden die Gäste auf die Tiroler Seite des Arlbergs nach St. Christoph wechseln, wo im „arlberg1800“ das hochkarätige Programm fortgesetzt wird. Die drei "Ismen" der Politikwissenschaft, Populismus, Radikalismus und Extremismus, stehen im Zentrum der Rede von Ulrike Guérot, Leiterin des Departments für Europapolitik und Demokratieforschung an der Donau-Universität Krems und Gründerin des European Democracy Labs in Berlin.

 

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Im Anschluss daran werden Peter Neumann, Professor für Sicherheitsstudien am King's College, Christina Hainzl, Leiterin Research Lab Democracy and Society in Transition, und Paul Ronzheimer, stellvertretender Chefredakteur der BILD, mit Ulrike Guérot diskutieren. Diese Runde wird geleitet von Susanne Glass, Studioleiterin und Chefkorrespondentin der ARD in Tel Aviv.

Franz Fischler, ehemaliger österreichischer Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, EU-Kommissar für Landwirtschaft, Entwicklung des ländlichen Raumes und Fischerei und Präsident des Forums Alpbach, wird sich sodann mit Ansichten zu Österreich und Europa zu Wort melden. Abschließend diskutiert Falter Chefredakteur Florian Klenk mit Rechtsanwältin Maria Windhager über „Ehre und Hass in einer digitalen Welt“. Abgerundet wird der Abend durch einen Cocktailempfang von Tiroler Tageszeitung und Vorarlberger Nachrichten.

 

Am Samstag feiert dann abschließend eine Podcastrunde Premiere in Lech: die drei ZEIT Redakteure Lenz Jacobsen (Deutschland), Florian Gasser (Österreich) und Matthias Daum (Schweiz) diskutieren im ZEIT Podcast "Servus.Gruezi.Hallo" mit Claudia Gamon, NEOS Abgeordnete im EU Parlament. Den inzwischen traditionellen Abschluss des Europäischen Mediengipfels bildet der von Markus Spillmann moderierte Internationale Presseclub mit Michael Linhart, dem österreichischen Botschafter in Paris, Ivo Mijnssen, dem Korrespondenten der NZZ in Wien, sowie Tanit Koch, Geschäftsführerin n-tv und Chefredakteurin der Zentralredaktion der Mediengruppe RTL Deutschland.

Der Europäische Mediengipfel in Lech am Arlberg bildet seit seiner Gründung im Jahr 2007 einen außergewöhnlichen Rahmen für Diskussionen, in denen Einblicke in die anhaltend turbulente Welt der Medien, die europäische Politik und die wirtschaftlichen wie gesellschaftspolitischen Zusammenhänge der europäischen Lebensrealität geboten werden. Der unter der Schirmherrschaft des österreichischen Außenministeriums stehende Europäische Mediengipfel, von der Kommunikationsagentur ProMedia Kommunikation initiiert und seither federführend mit Lech Zürs Tourismus GmbH und dem Verband der Auslandspresse in Wien organisiert, wird von der Gemeinde Lech und den Ländern Vorarlberg und Tirol, dem Europäischen Parlament, dem Presseclub Concordia, dem Verband der Auslandspresse Berlin sowie von der D. Swarovski Tourism Services GmbH, den Casinos Austria und BMW unterstützt.

Weitere Partner sind die Tirol Werbung, Die ZEIT und die BTV Bank für Tirol und Vorarlberg. Die Medienakademie wird unterstützt von APA Austria Presse Agentur, Moser Holding GmbH und Russ Media. Als Medienpartner der Veranstaltung fungieren APA Austria Presse Agentur, Der Standard, Tiroler Tageszeitung sowie Vorarlberger Nachrichten.

 


Tags: Journalismus, Tanit Koch, Österreich

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