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10 Jahre BEEF!: Steak, Mettbrötchen und Hamburger - alles was das Männerherz begehrt

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Beef1954 wollte ein Dr. Oetker Werbefilm der deutschen Öffentlichkeit vorgaukeln, dass es einem Mann beim Essen auf den Pudding ankäme. Weit gefehlt! Das erkannte der Hamburger Verlagskonzern Gruner + Jahr und brachte mit dem Untertitel „Männer kochen anders“ ein Zeitgeist-Magazin in den Handel. Und dieses kann inzwischen auf eine zehnjährige Erfolgsgeschichte zurückblicken. Rib, Rib, Hurra!

 

In Deutschland wird gegrillt. Und dies seit Generation und zwar in einer Art und Weise, dass es nicht einfach nur allein um die Zubereitung von Speisen geht. Vielmehr ist es längst das Pflegen von Traditionen. Denn jede Familie hat beim Thema Grillen ihre eigenen Abläufe.

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Da wird Fleisch mariniert, und der Grill, den schon Großvater einst nutzte, wird während des Grillvorgangs mit Bier besprüht, warum auch immer. Die einen schwören auf Holzkohle, die anderen auf Eierbriketts. Und auch der Vorgang des Anzündens ist festgelegt. Die eine Familie setzt auf Brennspiritus, andere wieder auf spezielle Grillanzünder.

Der Grill: ein deutsches Kulturerbe

So war das schon immer. Und so hätte es auch immer bleiben können, wenn nicht irgendwelche Verrückten aus dem Vorgang des Grillens irgendwann eine Wissenschaft für sich gemacht hätten. Es wurde nicht mehr nur in der Familie gegrillt, sondern auch in Wettbewerben. Ganze Meisterschaftsturniere entwickelten sich.

Ganz Deutschland besteht aus Verrückten. Da gibt es welche, die mit Enthusiasmus an Autos basteln. Andere investieren ihr gesamtes Vermögen in den Ausbau ihrer Modelleisenbahn. Und dann gibt es welche, die ihre Nächte am Rand eines Sees verbringen, in der Hoffnung, einen Fisch angeln zu können, den sie schließlich aber nicht einmal zubereiten, sondern wieder in den See werfen.

Insofern ist es nichts nachteiliges, als verrückt zu gelten. Denn das ist nicht automatisch etwas negatives, der Begriff „Verrücktheit“ steht vielmehr allein für eine Abweichungen von bestehenden Konventionen. Grillen ist deutsche Kultur. Doch nirgendwo steht in Stein gemeißelt, dass jedweder Arbeitsschritt auf ewig so bleiben muss, wie er bisher war. Stattdessen war es längst überfällig, dass es Verrückte gab, die das Grillen endlich einmal weiterentwickeln wollten, die es geschafft haben, dass festgefahren Konventionen aufgegeben wurden.

Und so war es auch eine logische Konsequenz, dass diese Zielgruppe auch auf sie zugeschnittene eigene Zeitschrift bekam. Die Profi-Griller sind männlich, und dies galt es bei der Konzeption eines neuen Magazins zu berücksichtigen. Männer mögen nicht viel Gedöns drumherum, sondern kommen gleich auf den Punkt. Also konnte man nicht einfach eine bereits bestehende Food-Zeitschrift nur kopieren. Eine, die auch thematisch kurz aber eben auch nicht zu kurz erläutert, worum es geht. Eine, die sich nicht allein auf das Thema Grillen beschränkt, sondern allgemein mit der Frage beschäftigt, was Männer gerne essen und wie dieses zubereitet werden kann.


 

Die Darstellung des Lebenslaufes eines Profigrillers mag interessant sein. Für ein Griller zählt allerdings nur allein das Grillergebnis. Also muss der Focus nicht auf die Frage, wer am Grill steht, gelegt werden. Die Frage ist vielmehr, wie derjenige grillt. Grilltechnik, Equipment und Grillgut sind die Fakten, auf die es ankommt. Fertig ist die Laube.

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Für den Hamburger Verlagskonzern Gruner + Jahr bestand die Frage, ob die Zielgruppe groß genug wäre um ein entsprechendes Männermagazin etablieren zu können. Man entwickelte eine Zeitschrift, die nach Verlagsangaben klug, humorvoll, sexy ist und eine Haltung hat. Ein Titel, der sich Männern widmet, die sich leidenschaftlich gern mit High-End-Materialien und -Lebensmitteln umgeben. Entstanden ist schließlich BEEF!

Und dass das Projekt von Erfolg gekrönt ist, konnte man recht bald erkennen. Denn zunächst kam die Zeitschrift alle drei Monate in den Handel, 2013 änderte man den Erscheinungsintervall auf zweimonatlich. Und schließlich kann der Titel, der mit je einem Drittel Rezepten, Reportagen und Lifestyle als eine Besonderheit unter den Foodmagazinen gilt, nunmehr den zehnten Geburtstag feiern. Nach wie vor hat man den Anspruch, den Lesern nicht nur ein umfangreiches Expertenwissen zu handwerklichen Techniken und Warenkunde zu vermitteln. Man wolle den Lesern auch exklusiv entwickelte Menüs und Rezepte präsentieren und dabei zudem über den berühmten Tellerrand hinaus blicken.

Die aktuell im Handel befindliche Ausgabe blickt auf die bisherige Erfolgsgeschichte zurück und bietet allerlei Statistiken an. So kommt man zu dem Ergebnis, dass man aus insgesamt 38 Ländern berichtet und 360.000 Bilder veröffentlicht hat. Auf den Covern zierten zu 23,8 Prozent Steaks. 17,5 Prozent der Titelbilder waren Braten und 9,5 Prozent Hackfleischgerichte. Und wenn man jedes Gericht nachkochen will, dann hätte man viel zu tun: 165 Stunden bräuchte man im Durchschnitt für alle Rezepte einer Ausgabe. Das wären fast sieben Tage am Stück. Mann, was willst du mehr?

Den Leser stellt das Magazin vor eine schier unlösbaren Aufgabe. Will man nun lesen und sich einen Ratschlag nach dem anderen annehmen oder stattdessen lieber gleich mit der Zubereitung beginnen? Es ist schon eine regelrechte Qual, wenn einem das Rezept für einen Triple-Burger mit mariniertem Lachs, Mett und Bacon präsentiert wird und die Redaktion dazu eine ganzseitige detailverliebten Abbildung jenes Burgers liefert. Und dies zieht sich über das gesamte Heft hinweg.

Sei es nun bei dem Rinderfilet mit Thunfisch-Sashimi und Erbsen-Guacamole, dem Wolfsbarsch mit Röst-Drillingen und Bete-Tzatziki, der Maispoularde mit Pak Choi und Erdnusssauce, dem marinierten Schweinebauch mit Papayasalat, dem Maiskolben mit scharfem Paprikapüree, dem Bürgermeisterstück mit frischer Pistazien-Polenta und gegrilltem Parmesan, dem Kräuter-Perlhuhn mit Paprikamarmelade und Brotfladen, dem Flank-Steak mit gefrosteten Eidotter, Schweinebauch und Pulpo mit Mandel-Dip, Lammschulter mit smoked Cranberry-Coleslaw, Brisket mit Rauchzwibeln, Feta und Blumenkohl sowie Tomaten-Dill-Miso.


Die Redaktion ist, wie sie behauptet, nicht einer inneren Überzeugung gefolgt. Vielmehr ist sie der Auffassung, einen Auftrag für ihre bislang zehnjährigen Missionen erhalten zu haben. Und dieser sieht vor, „die Welt des Kochens und Grillens zu erobern und zwar mit Lust und ohne Kompromisse.“ Und man erobert nicht nur, man lüftet auch Geheimnisse. So beantwortete man beispielsweise in der Ausgabe 2/2015 die Frage, was eigentlich bei dem berühmtesten Abendessen alle Zeiten auf der Tageskarte stand. Zusammen mit dem Regensburger Kochclub „Gourmet-Terror“ stellte man Jesus’ Abendmahl nach: Heilbutt, Wildschwein und Tomahawk-Steak.


 

Echte Kerle schrecken vor nichts zurück, nicht einmal vor Insekten. Das Dschungelcamp lässt grüßen. In Anbetracht der Tatsache, dass die kleinen possierlichen Tierchen bei jedem vierten Erdenbürger auf dem täglichen Speiseplan stehen, stellt sich überhaupt nicht die Frage, weshalb die BEEF-Redaktion derartige Gerichte außen vor lassen sollte. Sie macht es einfach. Und so werden auch Rezepte für Insekten-Kokos-Pancakes mit Balsamico-Glace, Heuschrecken in Knusperteig sowie für Heuschrecken-Spieße vom Grill präsentiert.

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Und einmal in Fahrt gekommen, macht die Redaktion auch nicht einmal davor Halt, einen urdeutschen Männer-Imbiss neu zu definieren. Welche Bedeutung ein bestimmtes Produkt hat zeigt sich vor allem daran, wie viele Synonyme dafür bekannt sind. Es gibt ein Produkt, welches alternativ auch als Ruhrpott-Sushi, Bauarbeiter-Marmelade, Ferkelsushi, Fernfahrermarmelade, Feuerwehrmarmelade, Schredderschwein, Schweinemarmelade oder Schweinemus bekannt ist: das Mettbrötchen.

Und dieses kreiert die Redaktion unter Überschrift „Legt Euch gehackt!“ in der Version Brötchen mit Spanferkel-Mett vom Schwäbisch-Hällischen Landschwein. Zudem wird der Imbiss in der Version Ibérico-Mett auf geröstetem Krustenbrot, Bauernbrot-Stullen mit Duroc-Mett und Asia-Baguette mit Mett vom Bunten Bentheimer Schwein gereicht.

Zum Essen gehören aber auch Getränke. Und so ist es nur verständlich, dass auch edle Tropfen von der Redaktion vorgestellt werden. So die Besten der Besten aus den Kategorien Gin, Sekt, Wein, Whisky sowie die kleinen, feinen Extras wie Tequila, Vodka und Korn. Doch die Flüssignahrung hat im journalistischen Gemenge lediglich eine kleine Nebenrolle, denn schließlich geht es ja ums Essen.

BEEF! ist für eine männliche Zielgruppe konzipiert. Das erkennt man schon an einem kleinen Detail. Denn Männer machen keine Kompromisse. Sie interessieren sich nicht für Nährwertangaben. Nirgendwo ist bei einem Rezept angemerkt worden, wie viele Kalorien verbrutzelt werden. Wozu auch? Männer wollen essen und zwar schnell. Daher belässt es die Redaktion auch allein bei der Angabe der Zubereitungsdauer. Interessant ist dann jedoch, dass der Titel, wie Auswertungen des Pressehandels zeigen, überwiegend von Frauen mit Kindern gekauft wird.

Dies erkennt man an den sogenannten Koppelkäufen. Hierbei werden, vom Leser unbemerkt, Kassenbons ausgewertet. Dabei steht die Frage im Vordergrund, mit welchen anderen Zeitschriften zusammen ein Titel gekauft wird. Vorne weg steht da die Zeitschrift „Rätsel Freizeit Mix“, gefolgt von „Disney Lustiges Taschenbuch (LTB)“, „Disneys Prinzessin“, „Barbara“, „Cosmopolitan“, „Bunte“, „Schöner Wohnen“, „My Self“ und weiteren frauenaffinen Magazinen. Erst auf Platz 28 ist sodann mit „GQ für Männer“ der erste relevante Titel feststellbar.


Einen Wermutstropfen gibt es aber dennoch. Denn offen bleibt die Frage, wo man die ganzen Zutaten kaufen kann. Möchte man tatsächlich einmal Heuschrecken in Knusperteig zubereiten, so wird man die Tierchen wohl kaum in der Zoohandlung erwerben wollen. Die Bezugsquellen-Frage bleibt zu klären. Und wer schon einmal einen Nordfriesen dabei beobachtet hat, in Berlin Nordseekrabben kaufen zu wollen, wird wissen, wie groß die pure Verzweifelung sein kann. Denn selbst Fischgroßhandlungen führen dieses doch inländische Produkt nicht. Und in der berühmten KaDeWe-Feinschmeckerabteilung gibt es diese bestenfalls bereits gepult. Gewohnt ist man es aber, sich selbst Zugang zum Krabbenfleisch verschaffen zu müssen.

Vielleicht wäre es vorteilhaft, wenn jedes Gericht um eine Fußnote erweitert wird. Anhand derer könnte man sich dann auf den letzten Seiten einer Heftfolge in einer Tabelle den Überblick verschaffen, wo man sich die eine oder andere Zutat beschaffen könnte. Dies wäre ein Service, den Männer gerne in Anspruch nehmen würden. Denn schließlich will man in erster Linie einfach nur brutzeln und zwar möglichst rasch und nicht erst tagelang nach Bezugsquellen suchen.


Aber für die Umsetzung derartiger Ideen hat man ja noch Zeit. Schließlich steckt ein anspruchsvolles Magazin mit erst zehn Jahren noch in den Kinderschuhen seiner Entwicklungsgeschichte.

Die aktuelle Ausgabe BEEF! 5/2019 umfasst 172 Seiten und ist zum Verkaufspreis von 12,00 Euro im Zeitschriftenhandel erhältlich. Die nächste belieferte Presseverkaufsstelle kann online über das Portal mykiosk.com abgefragt werden.

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Tags: Jubiläum, Gruner + Jahr, Lifestyle (Objektgruppe), Beef!

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