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Kultur mit Genuss: Zeitschrift stellt ausgewählte Museen vor

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Museum Kultur mit Genuss 201901In Deutschland gibt es etwa 6.800 Museen. Viele davon fristen vollkommen unberechtigt ein trostloses Dasein. Ein nunmehr im Handel erhältliches Magazin will dem unter dem Stichwort „Kultur mit Genuss“ entgegenwirken und stellt interessante Kulturobjekte vor.

 

 

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Wandertag: Fluch und Segen zugleich. Wir reisen zurück in die 1980er Jahre. Da macht die Klasse eines Hamburger Gymnasiums einen Ausflug nach Fehmarn. Ab Hamburg Hauptbahnhof gelangt man mit einmal umsteigen nach zwei Stunden auf die Insel. Ein bisschen wandern und die Luft der Ostsee schnuppern. Insgesamt eine interessante Abwechslung zum Schulalltag.

Zeitgleich in Berlin-West. Ein Ausflug in die Umgebung? Schier unmöglich! Denn da war die DDR und der Lehrer in seiner Eigenschaft als Beamter musste seinem Dienstherren, dem Berliner Schulsenat, im Anschluss einen Bericht schreiben über mögliche Vorkommnisse. Und Vorkommnisse gab es bei Schulausflügen in die DDR eigentlich immer. Was blieb da also übrig?

 

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Beim ersten Wandertag geht es in den Berliner Zoo. Der zweite ist dann eine Wanderung durch den Grunewald, einmal um die Krumme Lanke herum. Und beim dritten Wandertag geht es wieder in den Zoo. Und so weiter und so fort. Einzige Alternative: ein Besuch im Museum. Und davon gibt es viele in der heutigen Hauptstadt, einige hat man innerhalb einer Stunde „abgehakt“, bei anderen könnte man als Lehrer Mühen haben, die Schüler zur richtigen Zeit wieder „einsammeln“ zu können. Es bleibt aber stets ein Problem: Museen haben für Schüler von vornherein immer irgendwie ein angestaubtes Image.

Aber kulturelle Einrichtungen können sehr wohl eine äußerst spannende Sache sein, wenn man sie denn den potenziellen Besuchern entsprechend schmackhaft macht. Da ist, wir bleiben beim Beispiel Berlin, das Waldmuseum im Grunewald, welches sich in erster Linie an Kinder richtet. Dort werden Pflanzen und Tiere des direkten Umfeldes vorgestellt. Und man kann es direkt mit einer Wanderung verknüpfen. Nur leider ist es im Laufe der Jahrzehnte etwas in Mitleidenschaft geraten, das eine oder andere Angebot, wie das Abspielen von Tiergeräuschen, funktioniert nicht mehr, und hier und da hat sich auch schon mal etwas Staub auf die Ausstellungsstücke gelegt.

 

Und da sind auch Einrichtungen wie das hochmoderne Technikmuseum in Kreuzberg. Dort schafft man es, Vergangenheit und (fast noch) Gegenwart miteinander zu verknüpfen. So steht man selbst immer wieder in Spandau an der Havel und beobachtet die vorbeifahrenden Schiffe. Doch plötzlich heißt es, es wurde genau dort ein Kahn gefunden, der in einem anderen Jahrhundert bei einem Unwetter unterging. Und so trifft man im Museum auf ein Ausstellungsstück, welches mit dem heimischen Umfeld verbunden werden kann. Und schon im Eingangsbereich stößt man auf ein Flugzeug, welches Geschichte schrieb: die Cessna, mit der Matthias Rust einst nach Moskau flog.

Ja, Museen können durchaus auch für Jugendliche spannend sein. Man muss es nur schaffen, einen entsprechenden Zugang vermitteln zu können. Einen solchen versucht der in Xanten, Nordrhein-Westfalen, ansässige Verlag Uwe Strauch umsetzen zu können. Dieser betreibt seit jeher im Internet das Portal museum.de und hat nunmehr mit der Zeitschrift „museum – Kultur mit Genuss“ ein Magazin in den Handel gebracht, welches nach Verlagsangaben „touristische Regionen vorstellen und dabei Museen in den Mittelpunkt des Interesses stellen“ will.

 


 

Das Heft erweckt nicht nur durch die Druckqualität einen hochwertigen Eindruck, auch die Darbietung der Beiträge ist herausragend. Die Vorstellung der einzelnen Museen ist lebendig. Es ist genau so, wie man sich ein Magazin mit der betreffenden Thematik wünscht. Das zuvor benannte „angestaubte Image“ mag man überall finden, nur eben nicht in jenem Magazin.

Man wird von dem Magazin, wie es häufig so schön heißt, „mitgenommen“. Und den älteren Jahrgängen wird es allein schon beim Durchblättern auch ein zünftiges „Auweia!“ entlocken, spätestens beim Bericht über das in der Eifel (Nordrhein-Westfalen) gelegene LVR-Freilichtmuseum in Kommern. Gezeigt werden da zum Beispiel eine Einbauküche des Herstellers Tielsa, Modell „Tielsaprofil“ in „Coloradogelb“ Baujahr 1973. Jeder kennt dieses Modell, aber natürlich bestreitet heute jeder jemals derartige Möbel selbst besessen zu haben, bestenfalls irgendwer in der Familie oder im entfernten Bekanntenkreis. Niemals aber standen derartige Design-Sünden in den eigenen vier Wänden. Trotzdem stellt man sich bei diesen Design-Ausrutschern zwangsläufig die Frage: „Wie konnte uns das nur passieren?“

 

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Hervorgehoben werden muss auch, dass das Magazin zahlreiche Gutscheine zum einfachen Heraustrennen beinhaltet, mit denen ein vergünstigter Eintritt in den vorstellten Museen ermöglicht wird. Insgesamt muss aber leider gesagt werden, dass bei dieser Zeitschrift noch „sehr viel Luft nach oben ist“.

Dem Magazin hätte es schon gut getan, wenn die Redaktion den einen oder anderen Beitrag einer Korrekturlesung unterzogen hätte. Zuweilen finden sich Rechtschreibfehler in dem Heft oder aber man bemerkt, dass der jeweilige Autor einen Satz anders beendete, als es dies zunächst vor hatte („Hier kann man sich eine kleine Tüte [..] zusammengestellt werden“ oder „Der Tante Emma-Laden war diente nicht nur für die Versorgung“).

 

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Zudem ist nicht ersichtlich, an wen sich der Titel richtet. Sind dies nun die Betreiber von Museen oder aber deren Besucher? Für Besucher dürfte das Magazin weniger hilfreich sein, denn die vorgestellten kulturellen Einrichtungen werden nicht strukturiert gegliedert. Weder sind die Beiträge nach Themen unterteilt, noch nach Regionen. So folgt beispielsweise einem Beitrag über das Dornier-Museum in Friedrichshafen am Bodensee die Vorstellung des Flamenco-Tanz-Museums in Sevilla/Spanien, bevor eine Museumstour rund um die in Mecklenburg-Vorpommern gelegene Müritz präsentiert wird.

Auch ist die Vertriebsschiene nicht verständlich. So wurden 5.000 Exemplare in Arztpraxen ausgelegt, gleichzeitig können diese aber auch im Handel erworben werden. Dabei betont der Verlag, dass der Titel an „Verkaufsstellen deutscher Bahnhöfe und Flughäfen“ erhältlich wäre, tatsächlich führen das Magazin auch einige Lottoläden, Kioske und Supermärkte, diese dann aber wieder nur in Regionen in Nordrhein-Westfalen wie Köln, Duisburg, Bochum, Dortmund.

 

Bereits 2007 hatte sich ein anderer Verlag mit „museumsreif“, einem Magazin für Ausstellungskultur, im Handel versucht und über die wichtigsten Ausstellungen und Museen berichtet. Dieser Herausgeber hatte den Titel in die Regale des Zeitschriftenhandels legen lassen und gehofft, dass auch ohne Werbemaßnahmen ein entsprechender Abverkauf entstehen würde. Doch damals wurde der Titel bereits nach nur einer Ausgabe wieder eingestellt.

Man wünscht sich förmlich, dass zur kommenden Ausgabe dem Magazin Museum Kultur mit Genuss noch die eine oder andere Verbesserung zu Gute kommt, denn es ist mehr denn je wichtig, einem breiten Publikum ein Werkzeug in die Hand geben zu können, um die zahlreichen empfehlenswerten Museen in Deutschland vorstellen zu können.

Die Ausgabe 1/2019 des Magazins Museum Kultur mit Genuss umfasst 132 Seiten und ist zum Verkaufspreis von 6,80 Euro im Handel erhältlich. Die nächste belieferte Verkaufsstelle kann online über das Portal mykiosk.com abgefragt werden.

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Tags: Kunst und Kultur (Objektgruppe)

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